Blog

TÖRN 156.18 – Position 20.11. + 21.11.2018

Törnbericht 20. und 21.11.2018

 

Position 21.11.2018:  36°31’N 006°17’W, festgemacht im Hafen von Cádiz

Luft: 13°C, Wasser: 14°C, bewölkt

 

Liebe Freunde der Alexander von Humboldt 2,

nun ist es also passiert: Der Tag des Ausschiffens ist zumindest für den Großteil der Crew gekommen. Einige können an Bord bleiben und das Schiff in noch wärmere Gefilde zu den Kanaren bringen, wo unsere Grüne Lady über die Wintermonate angenehme Törns anbietet.

Aber der Reihe nach! Zunächst gab es noch einen weiteren Vortrag. Steuermann JP erklärte, was so alles am Besanmast dran ist. Normalerweise denkt man dann gleich an die Gaffeln und den Besanbaum, die Bullentalje und die Gaffelsegel. Und natürlich an Toppsi Ickes Lieblingssegel, das Besantoppsegel… Auch die Maschinisten beanspruchen ja zumindest das Innenleben des Mastes, weil die Auspuffanlagen der Maschine und des Generators hindurch bis an die Spitze laufen. Diesmal ging es aber um die vielfältigen Antennen und Einrichtungen zur Kommunikation mit der Welt. Und auch da ist die Alex super ausgestattet, weil das ja ebenfalls ein Sicherheitsmerkmal ist. Und nichts wird hier an Bord größer geschrieben, als die Sicherheit!

Die Prüfung für unsere zwei neuen Leichtmatrosen-Anwärter verlief sehr erfolgreich: Wir gratulieren Maarten und Rüdiger zur Aufnahme in die Stammmannschaft.

Das Ankern auf der Reede von Cádiz verlief unter Segeln (!) problemlos. Gut, dass wir 6 Schäkel (165 m) Ankerkette ausgebracht haben und der Unterbesan mittschiffs stehen blieb, denn in der Nacht wurde der Wind stürmisch und zerrte heftig an der Alex. Das enorme Gewicht der Ankerkette wurde sogar ein Stück über den Meeresboden gezogen! Dann aber kam zum Glück alles wieder zur Ruhe.

Der Dienstagmorgen stand unter zwei Vorzeichen: Reinschiff und Segel beizeisern. Das Reinschiff ist eine von den am wenigsten geliebten, aber dennoch nötigen Tätigkeiten, weil die neue Crew ein Recht auf ein sauberes Schiff hat. Unbestätigten Gerüchten zufolge soll es in absehbarer Zeit beim Buchen die Option „incl. Endreinigung“ geben. Der Preis soll aber astronomisch hoch sein, weil das Reinigungspersonal jeweils eingeflogen werden müsste… – Antje und Martina polierten, nachdem sie ihre Kammern aufgeklart hatten, noch die Schiffsglocken auf Höchstglanz.

Das Holen des Ankers unter wiederum stürmischem Wind gestaltete sich noch zu einer ganz großen Aktion: Beim letzten Schäkel ging der Elektromotor des Ankerspill kaputt und ein halber Schäkel rauschte wieder aus! Nachdem klar wurde, dass das Spill nicht nur überhitzt war, musste die Ankerkette auf das andere Spill gelegt und dann schrittweise geholt werden. Insbesondere Doc Rüdiger war heilfroh, dass dieses abenteuerliche Manöver ohne körperliche Schäden ablief.

Nach dem Festmachen an die Pier folgte ein weiteres Highlight eines jeden Törns: Das Captainsdinner. Alle, die gerade eine Diät machen, sollten diesen Absatz überspringen – den anderen garantieren wir das Auslösen des Pawlowschen Reflexes! Uwe und Oskar übertrafen sich mal wieder selbst:

Chiabattabrot mit Knoblauch-Kräuter-Butter

Krabben in Cocktailsauce

Lauchcremesuppe

Rinderfilet mit Rosmarinkartoffelspalten und Bohnengemüse

Gegrille Ananas an Eis mit einem Sahnehäubchen

 

Überflüssig zu erwähnen, dass wir alle ordentlich satt geworden sind. Der Abend war sehr gemütlich. Kapitän Tilman dankte in seiner Ansprache allen Crewmitgliedern für die gemeinsam geleistete Arbeit. Wir sind knapp 1000 Seemeilen unterwegs gewesen, davon 581 sm unter Segeln.  Zwischen den einzelnen Gängen gab es gesungene, gespielte und gesprochene Vorträge der drei Wachen. Mit einer zünftigen Decksparty klang der Abend aus.

Damit verabschiedet sich die Crew des Törns 15618 von Euch allen. Bleibt der Alex gewogen und verfolgt weiter die spannenden Abenteuer dieses wunderbaren Segelschulschiffs! Grüne Grüße von Kapitän Tilman und der gesamten Crew