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TÖRN 121.18 – Position 14.05.2018

Montag 14.05.2018

Sonnig, warm, kurze-Hosen-Wetter

 

Ahoi liebe Leser/innen an Land,

heute ging alles sehr schnell. Gegen 10.00 Uhr sind wir an Bord gekommen.

Da begrüßen uns zwei unbekannte Menschen, erzählen uns kurz etwas zur Koje und Wache. Dann schaffen wir es doch noch unsere Betten zu beziehen und unsere Sachen zu verstauen, bis es nach gefühlten 10 Minuten schon heißt:

„Alle an Deck“.

Als wir an Deck ankommen, werden wir als 8-12 Wache auf die Back geschickt, wo uns eine strahlende Ilka (unsere Toppsi, wie wir erfahren) begrüßt. Mir wird gleich eine Leine in die Hand gedrückt und ich erwarte mit voller Aufregung irgendeine Anweisung, wie es weiter geht. Doch ewig passiert nichts. Irgendwann sind sich alle einig, mit welcher Festmacherleine wir anfangen und es geht los.

Gefühlt sind wir erst ein paar Minuten an Bord und schon geht es los. Wir setzen die ersten Segel. Ilka erklärt kurz wie man am Tampen reißt und dabei fröhlich „hol…Weg!“ ruft. Unsere Wache steht nach wie vor am Vortopp, richtet sich allerdings nach Hottis Kommandos, der als Toppsi der 4-8 Wache am Großtopp steht. So setzen wir nach und nach und schön im Takt die Untermarsen und Obermarsen. Danach werden die unteren Stagsegel gesetzt und die Bram. So wurde es mir erzählt.

Nach den 3 Stunden „all hands an Deck“, lernen wir ein bisschen unsere Wache kennen. Weil Leichtmatrose David es unter Deck zu warm ist, drückt er uns gleich einen Gurt in die Hand und es kann mit der Riggeinweisung losgehen.  Als ich vom Deck aus hochschaue, bin ich beeindruckt und ein wenig eingeschüchtert. David erklärt mit Engelsgeduld wie wir es am besten auf die erste Saling schaffen. Auf der Saling empfängt uns gut gelaunt und strahlend Leichtmatrose Lena. Nach dem Einpicken auf der Saling geht mein erster Blick nach unten. Man ist das hoch! Doppelt so hoch wie gedacht. Auf die Großrah traue mich das erste Mal nicht. Zu viel des Guten.

Anschließend genieße ich eine lange Zeit an Deck die Sonne und die wunderschönen grünen Segel, verschicke sogar ein paar Fotos, bis wir kurz vor Cuxhaven sind. Da heißt es wieder „hier, nimm mal den Tampen in die Hand und hol, wenn wir Dir Bescheid sagen“. Die Segel kommen runter und ich rechne eins und eins zusammen: das war wohl ich.

Die Schleuse in Cuxhaven sorgt wieder für ein wenig Aufregung. Alle Tampen sind gerettet, leider ist uns ein Block geplatzt (Steuerbord Fockbrass, wie ich später erfahre). Ab dann stehen wir auf der Back und schauen zu, wie zwei nervöse Leichtmatrosen sich mit den Wurfleinen auseinander setzen.

Beide treffen zum Glück.

Unsere Wache ist klein, aber fein. Ilka und Jan (Bordarzt) haben ein tolles und kommunikatives Lachen. Statt „Altherrenwache“ nennen wir uns in „Lachwache“ um.

Einen lieben Gruß von der 8-12 und der gesamten Besatzung und Kapitän Klaus.