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TÖRN 103.18 – Position 21.01. – 23.01.2018

Törnbericht  Törn 10318    So 21.01.2018- Di 23.01.2018

Hallo liebe Alex-Freunde,

am Sonntag den 21. Januar kapert das westfälische Dorf Frömern die Alex mit 47 Personen im Hafen von Las Palmas auf Gran Canaria. Sie haben sogar ihren Pastor mitgebracht.
Mit einem Stamm von 22 Personen und 10 weiteren Trainees ist das Schiff gut besetzt und die Crew bester Laune. Am Abend werden noch die Wachen eingeteilt. Jede Wache hat nun 48 Hände.

Am Montag wurden nach den Unterweisungen für die Trainees um 14:00 Uhr die Festmacherleinen eingeholt und nach der Ausfahrt aus dem Hafen in einem All-Hands-Manöver die ersten grünen Segel gesetzt mit Kurs Richtung Südspitze von Fuerteventura. Alle freuen sich immer über grün an den Toppen. Die 8-12-Wache hat allerdings leichte Bedenken, da Ihr Steuermann ein ehemaliger
U-Bootkommandant ist. Diese Gedanken zerstreuen sich schnell in der ersten Nachtwache an Deck. Allerdings sorgt die bewegte See auch für ein paar Ausfälle in den Wachen. Doch es sind immer noch genug Hände an Deck.
Der drehende Wind zwingt die 8-12-Wache um 23:00 Uhr zu einer Halse mit anschließendem Kurs in nord-westliche Richtung.

Am Dienstag macht die Alex bei 4 Windstärken eine Fahrt von ca. 5 Knoten über den 3500m tiefen Grund zwischen den Inseln Gran Canaria und Teneriffa. Alle Rahsegel sind gesetzt, Ober- und Unterbesansegel und auch einige Stagsegel helfen mit.
Ein großes Lob geht auch an die Kombüse, die trotz Einschränkungen durch Seekrankheit mit der Backschaft zusammen hier das Beste leistet. Denn Essen hält Leib und Seele zusammen.

Unser Doc ist in der Nacht noch mit Hygieneaufgaben an Bord gefordert. Die See verlangt halt Ihren Tribut.
Der Bootsmann freut sich über die Hilfe bei seinen Arbeiten an Deck. Alle beweglichen Teile bis hoch in die Masten müssen geschmiert werden und der ewige Kampf gegen den Rost muss auch weiter gehen.
Die ersten durch Seekrankheit ausgefallenen melden sich wieder bei ihren Wachen zurück und werden den Dienst an Deck für alle etwas leichter machen.

Wie angekündigt wurde um 14:00 Uhr wieder eine Halse gefahren und das Schiff auf Gegenkurs gebracht.
Später sollen dann nur die Stagsegel und der Unterwasserbesan uns dem Ziel Lanzarote näher bringen.
Beim Wachwechsel  auf die 4-8 Wache wird mit dem Verkünden einer interessanten Statistik der Ehrgeiz geschürt.
Es geht um die durchschnittliche Geschwindigkeit über Grund bei den einzelnen Wachen in reiner Segelzeit.
Wache 0-4          4,35 Knoten
Wache 4-8          5,88 Knoten
Wache 8-12        5,22 Knoten
Wenn dieser Ehrgeiz die Alex nicht zum Fliegen bringt, dann weiß ich es auch nicht.

Nach 12 Stunden unter Motor erreichen wir unser Ziel Lanzarote und ankern vor der Insel. Auf Empfehlung des Kapitäns sollen lediglich die einen Landgang machen, die nicht unter der Seekrankheit gelitten haben.  14 Personen werden mit Beibooten an Land gebracht. Neidvoll erhalten die Dagebliebenen Fotos von den Landgänger/innen mit diversen Kaltgetränken  in der Hand.

Wenigstens ist das Wetter auf Seiten der Zurückgebliebenen und diese können sich an Deck in der Sonne aalen und dank eines Geburtstagskindes genießt man nachmittags einen Kuchen.

Gegen 20 Uhr gingen wir Anker auf und setzen Segel Richtung Nord  – West.

Die Stimmung ist wie immer gut, der Gang über Deck fällt allen schon leichter, die „Seebeine „ sind gewachsen. So, jetzt noch ein „Wachbier“ (mancher nennt es auch „Schlafbier“) für die Freiwache und dann ab in die Koje.

Sonnige Grüße aus dem Atlantik von unserem Kapitän Jan und seiner „Gemeinde“