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Törn 32626 – Bericht aus dem Keller von der Maschinencrew

Datum: 20.07.2026

Mittagsposition: 58°29`N – 005°21`E

Das Wetter: heiter

 

Die Welt der Maschinisten besteht aus Schrauben, Wellen, Rohren, Unterdruckanlagen, großen Motoren und einer sauberen Fäkalienanlage. Der Tagesablauf wird von Routineaufgaben bestimmt. Füllstände ablesen, Pumpen justieren, Trinkwasser gewinnen, Diesel in die Tagestanks umpumpen.

Dieser Tage ist jedoch alles anders und neu. In der drei Monate währenden Großen Klasse bis Juli 2026 sind einige der technischen Anlagen modernisiert oder ganz neu auf das Schiff gekommen. Der Fettabscheider, früher ein Sammelbehälter mit stinkenden Abwässern der Kombüse, wurde erneuert und mit einer Heizung geliefert. Geruch und dreckige Arbeitskleidung beim Reinigen der alten Anlage sind damit passé. Viele der in die Jahre gekommenen Rohrleitungen wurden ersetzt und wir haben aktuell keine Leckagen. Das Maschinisten-Dasein ist wunderbar.

Die Lagerhaltung war immer ein Problem. Auf einem großen Schiff ist nie genug Platz für Ersatzteile, für Ölfilter und Unmengen frischen Motor- und Getriebeöls. Jetzt haben wir neue, eingepasste Lagerschränke. Alles an seinem Platz. Im PC erfasst. Damit macht sich der Ölwechsel fast von allein.

Die beiden großen LKW-Diesel mit den Generatoren für den Strom an Bord waren bisher ein Quell von Überraschungen. Beide Motoren wurden samt der Generatoren überholt und strahlen mit dem Maschinenraum um die Wette. Zuverlässiger Strom immerzu.

Die Abwasseranlage funktionierte lange ohne Probleme, war allerdings aufgrund geänderter rechtlicher Rahmenbedingungen nicht mehr zu verwenden. Das hieß: Rausschneiden von Wänden, Zusammenschweißen einer ganzen Anlage. Schnelles Ausbauen ist nicht. Die Verrohrung mit neuen Pumpen, eine völlig umgebaute Entlüftung und eine elektronische Steuerung. Puhh. Wir haben mit Kinderkrankheiten gerechnet. Bereits kurz nach dem Auslaufen mussten wir feststellen: Die Kinderkrankheiten haben wir bereits hinter uns und „Schantalle“ (so haben wir die neue Anlage getauft) wartete mit handfesten Problemen auf und pubertiert bis heute. Ganz viele Hebel und Pumpen und Deckel und elektronische Bugs und Features. Es braucht noch Zeit, bis wir „Schantalle“ in ein vernunftgesteuertes Erwachsenenalter begleitet haben werden. Wir hoffen, nicht gleich aus der Rebellion der Jugendzeit in ein revolutionäres frühes Studentenalter zu kommen.

Das Schöne am Tall Ships Race der kommenden Woche von Stavanger nach Aalborg ist: Es darf nur gesegelt werden, die Maschine bleibt aus. Juchhu, das schauen wir uns alles auf Deck an. Maschinisten an die Sonne.

Ralph, Torsten und Thomas