Datum: 21.09.2026
Mittagsposition: 53°32.119’N 008°36,881‘E
Das Wetter: Sonnig
Liebe Alex-Fans,
voller Vorfreude beginnt der Tag mit der Anreise zur Alex. Mit dem Nervenkitzel der Deutschen Bahn kommen alle auf getrennten Wegen nach Bremerhaven, um sich gemeinsam um 10:00 Uhr an Bord zu sammeln. Schon von dem Bus aus lassen sich die Masten des Schiffs hinter den Lagerhäusern erahnen. Beschwingten Schrittes geht es zum Anlegeplatz, wo schon geschäftiges Treiben herrscht. Über die quietschende Gangway gelangen wir an Bord. Freundliche Gesichter begrüßen uns sogleich an der Gangwaywache, um unsere Ankunft zu protokolieren und unsere Reisepässe einzusammeln. Da wir nach England fahren werden, sorgt an einiger Stelle auch ein fehlendes ETA für Aufregung. Nach dem Überwinden der bürokratischen Schwierigkeiten bekommen wir unsere zugewiesenen Kabinen- und Kojennummern. Nach dem ersten Durchatmen und Beziehen der Kabinen, versammeln wir uns wieder an Deck, um unsere Mitsegler*innen endlich kennenzulernen. Immer auf der Suche nach Arbeit konnten wir der Stammbesatzung auch noch bei letzten Vorbereitungen für den Törn zur Hand gehen. An Land werden dafür die Kisten für das Verladen des Essens vorbereitet.
Um 11:00 Uhr erfolgt an Deck die Begrüßung des Kapitäns, sowie das Einteilen in die Wachen. Wir treffen uns mit unserer 4-8 Wache auf dem Hauptdeck, um direkt mit einer Tour durch das Schiff zu beginnen. Dank günstiger Toppsi Planung sind wir pünktlich zum Mittagessen um 12:00 Uhr in der Messe und ergattern ganz vorne einen Platz in der umkämpften Schlange für den leckeren Linseneintopf. Von dem Essen gestärkt, versammeln wir uns anschließend nichts ahnend wieder auf dem Hauptdeck. Zwischen den Lagerhäusern schlängelt sich unschuldig ein kleiner LKW auf die Alex zu. Daraufhin beginnt das Chaos. Von der Stammbesatzung in kleinere Gruppen eingeteilt, teilen wir uns zwischen den Lagerräumen, dem Krahn und dem Pier auf, um das angelieferte Essen richtig entgegennehmen zu können. Unser Verwalter Conny hat mit seiner schlauen Liste sämtliche Liefergegenstände am Pier fest im Griff. „Viele Hände schnelles Ende“ hieß es noch am Anfang vom Stamm, und so machen wir uns daran, die gefühlt 1000 Nutellagläser und Nudeln sowohl auf den Krahn als auch an Bord zu schaffen. Nur zwei Stunden später ist ein vermeintliches Ende in Sicht, doch aufgrund gefüllter Kühl- und Trockenlast müssen wir nun das Essen in den „Dorfgemeinschaftsraum“ und die Messe umlenken. Der Krahn ist uns nun keine große Hilfe mehr und so bildet sich schnell eine Menschenschlange, um möglichst zügig die Ware von einem Ort zum anderen zu verfrachten. Mal mehr mal weniger flüssig bewegen sich so Nudeln und Milch über das ganze Schiff von A nach B. Durch aufkommende Verstauungsprobleme an den verschiedenen Endpunkten der Kette bleibt es leider nicht bei dieser einfachen Theorie, also wird die Schlange mehrmals umverlegt, mit der Folge, dass schnell der Überblick verloren geht. Vom Pier in die Messe, von der Messe in die Trockenlast, von der Trockenlast in den Dorfgemeinschaftsraum und wieder zurück zur Messe. Irgendwann ist dennoch alles verstaut und wir können nach dem unfreiwilligen „workout“ den wohlverdienten Kuchen essen.
Nach kurzer Erholung treffen wir uns mit unseren Wachen wieder an Deck. Da wir beide „Leichtis“ werden wollen und dementsprechend schon erste Einweisungen kennen, geht es für uns jetzt in die Backschaft zum Helfen und Vorbereiten für das Abendessen. Beim geselligen Zusammensitzen in der Messe wird bei Brot und Bohnensalat für unser Wache entschieden, dass wir für eine Kennlernrunde um 20:00 Uhr in der Wachmesse zusammenkommen wollen. So lassen wir zusammengekuschelt mit 18 Leuten den Abend gemütlich ausklingen. Wir freuen uns auf einen schönen spannenden Törn, ganz bald hört Ihr wieder von uns!
Herzliche Grüße von Bord
Bordberichterstatter Vivi und Hermine, Kapitän Uwe Timm und die ganze Crew

