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Törn 14826 – Ein Tagestörn auf der ALEX-2

Datum: 20.09.26

Liebe Gäste, Tagestörner, Einmal-Seeleute und Neugierige,

ein Tagestörn auf der ALEX-2 ist schon etwas Besonderes. Nicht nur, weil man hier die Gelegenheit nutzen zu kann, einmal in die Abläufe an Bord eines Großseglers zu schnuppern, sondern auch, um die eigene Seefestigkeit zu prüfen. Immerhin trägt man sich ja doch mal mit dem Gedanken, dass vielleicht aus dem Einmal-Erlebnis ein Mehrmal-Erlebnis werden kann.

Es ist schon 9:15 Uhr und ich, Verwalterin an Bord der ALEX-2, habe mal wieder mit dem Drucken von Listen, Fragen beantworten, Dinge regeln für den Tag beinahe vergessen, auf die Uhr zu schauen. Jetzt aber los, unsere Tagesgäste warten sicherlich schon an der Pier und möchten gerne an Bord kommen dürfen.

Pünktlich 9:30 Uhr stehe ich mit meiner helfenden Kollegin an der Gangway und schaue in viele freudige Gesichter. Endlich passiert hier was! Können wir jetzt raufkommen? Moment, gleich… da gibt es noch ein paar Formalitäten (wie könnte es auch anders sein) zu erledigen. Ich hangele mich, bewaffnet mit Listen und Nummernkarten (was es damit auf sich hat, erkläre ich euch etwas später) die Gangway hinunter und gebe mich zu erkennen als die, die jetzt dafür sorgt, dass ihr alle euren wunderbaren und spannenden Tag antreten dürft. Steht dein Name auf der Liste, ist alles gut. Aufgerufen, den Namen abgehakt und mit dem Hinweis versehen, was jetzt erst einmal das Wichtigste ist. Natürlich, dass die gesamte Familie, der Freundeskreis oder auch die netten Bekannten gleich mit auf das Schiff dürfen. Ja, das auch… aber für uns: jetzt bitte erstmal an Deck zu den wichtigsten Menschen an Bord gehen nach dem Kapitän, den Steuerleuten, der Crew und und und…. auf zu unseren „Nummerngirls“. Beim einchecken habt ihr eine Karte in die Hand gedrückt bekommen, da steht eine Nummer drauf. Und das entsprechende „Nummerngirl /oder Nummernboy“ winkt auch schon freudig, damit ihr richtig geht und eure Gruppe für die Sicherheitseinweisung findet. Hier erklärt euch eure Betreuungsperson ausführlich, wie Sicherheit an Bord funktioniert und noch einige andere wichtige Details wie Nutzung der Toiletten und wo es das Essen geben wird. Nach diesen meist sehr heiteren Minuten verteilen sich alle an Deck und ich warte noch ein paar Minuten, ob der eine oder andere verspätete Gast wohl noch kommen wird.

10:00 Uhr – die Gangway wird eingeholt, der Kapitän über die Vollständigkeit der Crew (ja, auch ihr seid jetzt Crew 🙂 informiert, die Liste verschwindet im Büro und wird noch fertig sortiert und schon geht es los. Das Schiff legt ab und wir fahren vorerst der Schleuse entgegen. Auch das Durchfahren einer Schleuse ist sehr spannend, ist doch hier besonderes Augenmerk auf viele Dinge zu legen. Aber dem Kapitän gelingt das Manöver hervorragend, die Schleuse tut ihre Arbeit und nun nehmen wir Fahrt auf. Heute sogar mit recht viel Wind, das verspricht Segel setzen und die Nase in den Wind halten können. Dafür sind wir alle ja schließlich auch hier.

Das Mittagessen in 3 Runden ist eine Herausforderung für unsere Kombüse, aber unsere Smuts meistern diese mit viel guter Laune und bestens vorbereitet. Unterstützt werden sie von unserer Crew in der Backschaft, damit alle einen Platz in der Messe finden und ihr Essen gereicht bekommen. Wir wurden alle rundum satt und es hat wunderbar geschmeckt. Seegang und Wind machen eben hungrig.

Oben an Deck wird erklärt, erzählt und an Tampen gezogen, was das Zeug hält. Viele Informationen prasseln auf die Gäste herein, der Wind zaust an uns und an den Segeln und einige stehen mit verträumten Blick an der Reeling, Augen auf die See gerichtet. Was für ein wunderbarer Tag.

So segeln wir entlang der Kräne und großen Pötte, halten kurz den Bug auch in die Nordsee und dann müssen wir auch schon wieder drehen und uns für die Rückfahrt rüsten. Wende fahren, Segel holen, brassen, Segel wieder setzten – viel Arbeit an Deck, die mit großer Freude und noch mehr Spaß von vielen Händen erledigt wird. Unsere Gäste sind wirklich eine großartige Hilfe und wir können unsere eigene Begeisterung für die „Grüne Lady“ und das Leben an Bord auf einige von euch übertragen. Vielen Dank, dass ihr so viel Spaß mit uns hattet und uns freudig unterstützt habt. Ich hoffe, wir sehen und bald wieder – einen Tagestörn weiter oder doch ein paar Tage auf See?

Und nun stelle ich euch mit ganz großer Freude unsere „Nummerngirls“ des heutigen Tages vor:

Liebe Grüße

Kristina