Datum: 19.08.26
Mittagsposition: 54°47´N 10°07´E
Das Wetter: heiter bis wolkig und dann doch sonnig
Moin ihr Alexandriner,
der morgendliche Blick von der Koje aus dem Bullauge begann mit einem Missverständnis. Wie sich erst später an Deck herausstellte, lag unsere „Alex“ gar nicht auf Reede, sondern segelte bereits. Doch davon war auf der Ostsee gar nichts zu spüren.
Also hisste unsere 8-12-Wache (die wahrscheinlich lauteste Wache aller Zeiten) erst einmal ein paar zusätzliche Segel (wie hießen die noch mal?), damit unsere „Alex“ endlich etwas an Fahrt aufnehmen konnte. Das tat sie dann auch und flog schließlich auf die dänische Halbinsel Als zu. Als das Land dann immer größer wurde, fragten wir uns langsam, ob wir nach der Landung lieber Lakritz, Eis oder Hot Dogs bestellen sollten.
Doch Kapitän Thomas ließ uns noch etwas zappeln, bis wir endlich das Manöver Halse vollziehen durften. Also zogen wir noch an ein paar „Seilen“ (warum lasst ihr auch einen Trainee diesen Text schreiben?) und drehten unsere „Alex“ mit dem Achterdeck in den Wind.
Das Manöver gelang uns dann auch in zwölf Minuten, was Steuermann Tom als „ganz passabel“ bewertete. Nicht gemeckert ist bekanntlich das höchste Lob.
Glücklich, dass wir endlich Segeln konnten, klarten wir dann noch das Deck auf. Weiterhin übermotiviert gaben wir die Wache ab mit einem „1,2… Polizei, 3,4… Noch ein Bier… 5,6… halt den Keks… 7,8… Gude Wach!“ Dem hatte die Ablösung nichts entgegenzusetzen. Das Kasseler von unseren Köchen Rainer und Uwe hatten wir uns redlich verdient!
Grüne Grüße von
Bordberichterstatter Jan Iven aus Bremerhaven, angeblich seetauglich, Kapitän Thomas Jung und der ganzen Crew

