Datum: 08.08.2026
Mittagsposition: Kurz vor Rendsburg
Das Wetter: Heiter bis wolkig, Luft 22°C, Wind morgens Westnordwest 1, abends Südost 2, nachts Westnordwest 3
Liebe Alex-Fans,
nachdem wir nachts in der Nähe der Kanaleinfahrt geankert hatten, kam morgens der Lotse an Bord. Um 9:30 Uhr verließen wir die Schleuse in Kiel-Holtenau, und unsere Kanalfahrt begann. Zahlreiche Ausflugslokale säumten die Ufer, auch viele Radfahrer waren unterwegs. Auf beiden Ufern winkten uns die Touristen begeistert zu und freuten sich über den schönen Anblick unseres Schiffes. Dazu lachte meist die Sonne vom Himmel, und es machte sich das Gefühl einer Flusskreuzfahrt breit.
Bei der Durchfahrt unter der ersten Brücke hatten wir weniger als einen Meter Luft zwischen der Spitze des Großtopps und der Brückenunterseite. Da es so knapp war, hatte die Kanalbehörde vorher sicherheitshalber in der Schleuse unsere Höhe nachgemessen.
Besonders beeindruckte uns die Eisenbahnbrücke bei Rendsburg mit ihrer berühmten Schwebefähre, ein Meisterwerk der Ingenieurkunst.
Bei Rendsburg begrüßte uns ein Highlight der historischen Schifffahrt: Der Schaufelraddampfer „Freya“ kam uns mit seinem Kapitän Tilman entgegen, der auch auf unserer „Alex“ als Kapitän fährt. Natürlich grüßten wir ihn und sein schönes Schiff mit einem 7-3-1 und einem ordentlichen „Muhen“ unserer „Seekuh“ (das alte Typhon aus der Feuerschiffszeit der alten „Alex“ klingt wirklich wie eine Kuh).
Wir konnten unseren Lotsen dazu überreden, einen kurzen Zwischenstopp im Hafen von Rendsburg zu machen. Dort gibt es ein Eiscafé direkt an der Pier, eine unwiderstehliche Versuchung für die Crew! So gestärkt machten wir uns dann in bester Laune an die Weiterfahrt.
Die Crew steuerte das Schiff mit dem Tiller, einem Joystick, bei dem schon ein kurzes Antippen reichte, um die Ruderlage deutlich zu ändern. Ein großer Gegensatz zum üblichen Steuern mit dem großen Steuerrad, bei dem es für größere Änderungen der Ruderlage viele Umdrehungen braucht. Entsprechend kamen auf dem engen Gewässer nur erfahrene Rudergänger zum Einsatz. Unter Anleitung des Lotsen durfte auch ich unsere „Alex“ durch den Kanal steuern. Wegen der notwendigen Konzentration wurden die Rudergänger alle 30 Minuten abgelöst.
Während wir sonst aus den Bulleyes in der Messe nur Himmel und Wasser sehen, zogen nun draußen plötzlich Bäume vorbei. Ein ungewohnter Anblick!
Unterdessen wurde die tägliche Ausbildung unserer Kandidaten für die Leichtmatrosenprüfung fortgesetzt, und das schöne Wetter wurde für Instandhaltungsarbeiten an Deck genutzt.
Abends erreichten wir dann Brunsbüttel und verließen die Schleuse um 20:56 Uhr zum Sonnenuntergang Richtung Elbmündung.
So verging ein abwechslungsreicher Tag. Morgen werden wir unseren letzten vollen Tag auf See verbringen.
Herzliche Grüße von Bord
Bordberichterstatterin Sabine, Kapitänin Bärbel und die ganze Crew


