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TÖRN 113.17 – Position 07.06.2017

Ahoi,

willkommen zurück an Bord der Alexander von Humboldt 2, Törn 11317 von Bermuda nach Boston. In den letzten Tagen ist viel passiert und so kommen wir erst heute dazu ausführlicher zu berichten.

Aktuell liegen wir in St. George/Bermuda vor Anker und warten gespannt. Der aufmerksame Leser fragt sich bestimmt – St. George? War die Alex da nicht erst vor einer Woche und sollte sie nicht längst Boston entgegen im Wettrennen über den Atlantik düsen? Ja, sollte sie. Aber es kam etwas anders. Der Crew-Change erfolgte noch nach Plan in Hamilton – 37  Reisefreudige , Stammcrew und Trainees gingen an Bord und freuten sich auf das Rennen 3 der Tall Ship Races Rendezvous 2017– Strecke Bermuda-Boston.  Hamilton und die Alex an ihrem Liegeplatz, zentral an der Front Street, strahlten mit der Sonne um die Wette. Umgeben von den anderen Tall Ships, die wir und die Besucher beim Open Ship besichtigen durften. Während Tag eins noch vom Einschiffen geprägt war, sowie Warten auf diverse „verlorene“ Gepäckstücke (am Ende ging alles gut und das letzte Gepäck wurde kurz vor knapp am Abreiseabend an Bord geliefert), war Tag zwei zur freien Verfügung. Einige Segler nahmen das Angebot des Tall Ship Organisationskomitees Bermuda in  Anspruch und machten zu Gast bei den Liegeplatz Nachbarn- den Schiffen -der Gulden Leeuw und der Wylde Swan – einen Ausflug zum gleichzeitig stattfindenden Americas Cup. Allein die Fahrt durch türkisblaues Wasser – vorbei  an der Küste Bermudas zum vorgelagerten Americas Cup Hafengelände war bereits ein besonderes Erlebnis. Aus nächster Nähe konnten wir die Renn-Katamarane an uns zum Training vorbeisegeln sehen, begleitet von einer Schaar Begleitboote und dem Hubschrauber der über uns Flugmanöver flog. Ebenso spannend das Americas- Cup Gelände mit vielen Segelbegeisterten Zuschauern. Andere Alex Crewmitglieder erkundeten in der Zeit bei Landgang die Insel oder übernahmen dankenswerterweise die Hafenwache, damit die Besucher weiter aufs Schiff kommen konnten und einen Eindruck vom Leben auf der Alex erhielten. Am nächsten Tag sollte es dann endlich losgehen- Auslaufen in der Tall Ship Parade mit all den anderen Großseglern und dann über die Startlinie ins Rennen gehen. Doch – das Wetter schien zu gut- zumindest für die „größeren“ der teilnehmenden Schiffe, wie der Alex. Die angekündigten 7 Beaufort  hätten für die kleineren Schiffe vermutlich einen ungemütlichen Start ins Rennen bedeutet. So fand zwar die Parade bei herrlichem Wetter statt- Ziel allerdings nicht die Startlinie sondern St. George/Bermuda, wo wir die nächsten anderthalb Tage  in Warteposition verbrachten. Die zweite Hälfte des Tages  wurde umgehend genutzt- zum einen für den willkommenen ungeplanten Landgang im  verträumten Ortskern oder Sonnenbaden an der Tobacco Bay. Der Hauptteil der Stammcrew hatte allerdings noch andere Aufgaben. Dringend musste die Alex wieder hübsch gemacht werden- grün wurde das neue schwarz, denn bei den letzten Törns hatten sich unschöne große schwarze Spuren an der Bordwand gesammelt, die mittels Stelling, Stahlwolle und grüner Farbe beseitigt wurden. Nach getaner Arbeit konnten wir den Tag gemütlich ausklingen lassen und achtern den Sonnenuntergang genießen.

Ein mit unserem Kapitän Tilman geschlossener Deal sollte besonders der Stammbesatzung am nächsten Tag auch ermöglichen, nach dem Beautysalon für die Bordaußenwand, sich mit einem Sprung ins Meer am weißen Sandstrand abzukühlen. Leider fiel die Abkühlung etwas großzügiger aus als gedacht- mitten beim Sonnenbaden setzte Platzregen ein und es blieb nur noch die Fluchtmöglichkeit in eine Strandbar – die glücklicherweise erfrischende Getränke mit bunten Schirmchen anboten- der Tag war gerettet. Ein Highlight jedoch noch der Bereitschaftsboot Shuttle zurück an Bord- mit Kapitän Tilman persönlich am Steuer. Dabei wurde der Sand sowohl von unten als auch von oben von der Besatzung gespült. Am Abend klarte der Himmel auf und bot noch einmal die Gelegenheit zusammen auf dem Achterdeck einen letzten Bermuda-Abend zu verbringen. Auch unsere Weser nutzte unseren freien Abend für einen kurzen Ausflug in die Bucht – nach einem spontanen Einsammelmanöver mit der Geeste musste der kleine Ausreißer dann aber ohne Abendessen in die Koje.

Die restliche Besatzung wurde von Kombüse hingegen vorzüglich mit verschiedenen Spezialitäten wie frischem Baguette, Brötchen oder Brezeln (!!) versorgt.

Nun, voll ausgestattet und wieder schick ist die Alex bereit für den heutigen Race-Start. Gegen mittags ist das Anker aufholen geplant und unsere große Reise nach Boston kann beginnen. Bis dahin machen wir alles seefest und freuen uns auf viel Wind bei strahlendem Sonnenschein.

Grüne Grüße,

wir halten euch auf dem Segelnden,

eure Bordberichterstatter