Blog

TÖRN 110.18 – Position 19.03.2018

Tagesbericht
Törn: 110.18
Datum: 19.03.2018
Mittagsposition: 31° 18.8‘ N, 019° 34.8‘ W
Das Wetter: 22 Grad und Sonnenbrand
Titel/Überschrift: Geisterjagd

Der Tag fing schon in der Nacht richtig gut an: einige der 0-4 Wache wurden bereits vor ihrer Weckzeit durch vermeintliche Mastspechte geweckt. Es klopfte in unregelmäßigen Abständen irgendwo am Großtopp! Das ist zwar ärgerlich, aber passiert mal. Als man die stehende Wache darauf ansprach, erfuhr man, dass bereits alles getan wurde, um diese zu verjagen. Die Quelle des mysteriösen Geräuschs war vorerst nicht auszumachen und erste Befürchtungen kamen auf, dass man mit dem vorherigen Erzählen von Gruselgeschichten vielleicht etwas vorsichtiger hätte sein sollen.

Mit fester Entschlossenheit das Geräusch zu finden, um wenigstens nach 4 Uhr ruhigen Schlaf genießen zu können, begann die Nacht für die 0-4er also mit einer Riggbegehung. Dabei wurde sehr viel mit dem Großtopp gekuschelt, um per akustischer Ortung letzten Endes für Ruhe sorgen zu können. Aber auch die Motiviertesten konnten lediglich den Entstehungsradius zwischen Unter- und Obermars eingrenzen. Das Problem wurde also an die 4-8 übergeben, die die Brassen durchsetzte und das Klopfgeräusch dadurch zu einem Maunzen veränderte. Aus dem Mastspecht wurde also eine Riggkatze, die aber mehr Schlaf durch weniger Geräusche zuließ.

Die nördlichen Winde verhindern derzeit, dass wir Sailtraining machen können, so dass der Morgen für weitere Instandhaltungsarbeiten genutzt wurde. Die 8-12er begannen mit dem Ölen von Nagelbänken, die Freiwache kümmerte sich um das Entrosten eines Niedergangs. Währenddessen verwandelte sich das Achterdeck in die Sonnenterrasse und ein leichter Duft nach Sonnencreme zog sich durch das Schiff. Peter und Oskar zauberten mal wieder ein superleckeres Mittagessen, um uns rund und glücklich zu machen. Dabei wurde auch wieder an die drei Vegetarier gedacht, die auf diesem Törn immer einen eigenen Gang bekommen. Mit fruchtiger Wassermelone als Dessert wurde dann das Urlaubsfeeling perfekt.

Unser 1. Steuermann Jörg hatte für 13:30 Uhr eine Sicherheitsübung angesetzt, die mit einem Generalalarm begann. Zügig, aber ruhig sammelten sich die Wachen an Deck und hörten dann, dass es einen Brand in der vorderen Leinenlast mit einer vermissten Person geben sollte – alles nur zur Übung natürlich. Unsere Brandabwehrtrupps rüsteten sich aus, es wurde der Verschlusszustand hergestellt und der Doc bereitete mit seinen Helfern die medizinische Versorgung vor. Als der Vermisste – unser Bootsmann Peter – dann in der Trage an Deck ankam, wurde er schnell in Empfang genommen und erlebte eine Wunderheilung. Jörg zeigte sich mit dem Gesamtverlauf der Übung zufrieden und die davor begonnen Pön- und Ölarbeiten wurden fortgesetzt. Unsere Wandergesellin Johanna, die die Arbeiteten betreute, bedankte sich für das hohe Engagement des heutigen Tages, während frischer Kuchenduft die Lackdämpfe vertrieb.

Viele Grüße von Kapitän Rolf & der Crew und den Bordberichterstattern Leni und Daniel