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TÖRN 105.17 – Position 07.03.2017

Einen wunderschönen guten Abend liebe Alex-Freunde,

wir liegen gerade vor Anker vor der Inselgruppe Los Roques in Venezuela. Die Genehmigung dazu war dank unserer inzwischen hervorragenden politischen Beziehungen letzten Endes gar kein Thema mehr, so dass sich für die erwartungsvollen Segler doch noch der karibische Traum erfüllen konnte. Bereits in den Morgenstunden hatte sich angekündigt, dass der Tag endlich mal mehr Sonne als Wolken und Regen bringen sollte und so fieberten alle dem Näherkommen der Inseln entgegen. Fast schon wie selbstverständlich wurde tagsüber die ein oder andere Halse gefahren, um 12:30 Uhr wurde das Bergen aus dem Klüver geübt. Ein nicht alltägliches Manöver, bei dem insbesondere die beiden Leichtis Arne und Raphael eine starke Vorstellung zeigten, obwohl sich Opfer Ingo alle Mühe gab, den Beteiligten die Bergung im wahrsten Sinne des Wortes schwer zu machen. Am Nachmittag dann endlich Land in Sicht! Wer nicht Gefahr laufen möchte, dass ihr oder ihm das Wasser im Mund zusammenläuft und Tränen vor Freude bzw. Eifersucht in die Augen schießen, sollte den nachfolgenden Absatz überspringen.

In Windeseile wurde geankert, Boot und Leiter ausgebracht und schon wurden die Ersten mit funkelnden Augen in Richtung des vorgelagerten Eilandes transportiert, dessen Silhouette sich so verheißungsvoll im gleißenden Sonnenlicht abzeichnete. Kaum angelegt, wurden wir von den neugierigen Blicken einiger Einheimischer empfangen, die uns auch gleich zum zumindest ihrer Aussage nach schönsten Strand der ganzen Karibik geleiteten. Der Anblick des weißen Sandes mit wiegenden Palmen im Hintergrund raubte uns fast den Atem. Kaum hatten wir unsere Handtücher am Strand platziert, kam auch schon der Inhaber der weit und breit einzigen Bar und drückte uns einen Cuba Libre in die Hand, das einzige, was man hier trinken dürfe – und zwar umsonst, quasi als Gastgeschenk! Sofort kam man ins Gespräch und so staubten wir auch gleich den ersten Geheimtipp ab. Nur wenige hundert Meter weiter solle sich eine kleine Bucht befinden, in der sich zahlreiche Delfine tummeln würden. Also nichts wie hin und was soll ich sagen? Da waren wirklich schon einige Einheimische, die mit den süßen Säugern um die Wette plantschten. Wir konnten unser Glück kaum fassen, ein unglaubliches Gefühl neben diesen edlen Tieren durch das Wasser zu gleiten. Eine weitere Gruppe hatte inzwischen den sogenannten Orchideenstrand ausfindig gemacht, der eigentlich ebenso einfach zu finden war: immer den bunt blühenden Kakteen folgen. Dort gab es zwar keine Strandbar, aber die einheimischen Schönheiten (das gilt für beide Geschlechter) dieses unfassbar gastfreundlichen Volkes nötigten uns quasi dazu uns einmal mit einer Massage mit duftendem Aloe Vera Öl zu verwöhnen, schließlich waren wir von der Sonne ziemlich gerötet. Zunächst durften sich die Herren der Schöpfung den weichen Damenhänden ergeben, während die – das mussten selbst unsere harten Matrosen zugeben – gut gebauten einheimischen Männer ein BBQ sonder Gleichen aus dem Nichts am Strand daher zauberten. Auch wenn alle gerne noch etwas länger geblieben wären und den sich bereits abzeichnenden perfekten glutroten Sonnenuntergang am Strand erlebt hätten, war es dann doch an der Zeit zur Alex zurückzukehren, wo man sich gegenseitig mit den Erzählungen über die unglaublichen Erlebnisse des Nachmittags überbot.

Oder um es mit den Worten eines allseits bekannten Staatsoberhauptes zu sagen:

Make Seemannsgarn great again!

In diesem Sinne viele Grüße von Kapitän Wolfgang  und seiner Crew sowie Berichterstatter Tom

 

PS: Besondere Grüße an Lutz