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TÖRN 105.17 – Position 05.03.2017

Ahoi und ein herzliches Willkommen an alle Daheimgeblieben,

heute ist schon der 5.3. und einige von uns haben auf dieser Reise schon mehr Abenteuer hinter sich, als sie sich das gewünscht hätten. Aber beginnen wir der Reihe nach: Der offizielle Tag des Crewchanges war der 2.3. Die meisten trudelten so langsam ein, nachdem sie sich durch den offiziellen Teil (Immigration, Zoll, Hafen) gekämpft hatten. Einige brauchten hier länger als andere, der Rekord liegt bei um die 15 Stunden und hat bei allen Beteiligten blanke Nerven hinterlassen. Aber am Ende des Tages war die Besatzung fast vollständig. Nur 5 fehlten noch… Geplant war für diese 5 Abflug von Curacao mit einer lokalen Airline um 14.50 Uhr. Per Email wurde ein Teil (eine) darüber informiert, dass der Abflug sich auf den 4.3. um 00.15 Uhr verschoben hätte, was erstmal eine mittelgroße – ok, lasst uns nicht lügen, eine ausgewachsene Panikattacke auslöste. So begab es sich, dass diese 5 am 2.3. schon um 10 am Flughafen standen und Randale gemacht haben: Wir sind immerhin Crew und müssen zum Crewchange! 2 Stunden und einige graue Haare später wurden plötzlich Bordkarten ausgedruckt, das Gepäck eingecheckt und die 5 begaben sich voller Euphorie zum Gate. Aber ihr ahnt es sicher schon, die Euphorie hielt nicht lange an: Eine gute Stunde später, ein Aufruf für die Passagiere Ferschen, Reiche und Schwieger, sie mögen bitte zum Gate kommen. Dort dann der erneute Schock: Die Abflugliste wurde aktualisiert und wir stehen nicht drauf, wir wurden deleted! Und weder drohen und schreien, noch bitten und betteln, nichts half. Der Flug war voll, unsere Plätze besetzt, unsere Bordkarten ein Fehler vom Manager… Pünktlich zum Abflug standen wir natürlich wieder am Gate und „oh Wunder“! Auf einmal waren zwei Plätze frei, die wir natürlich sofort ausnutzten! Und so waren es nur noch drei. Um die Geschichte abzukürzen: Diese drei verbrachten eine Nacht in einem gewöhnungsbedürftigen Hotel, insgesamt um die 20 Stunden am Flughafen und durften letztendlich am 4.3. um 00.15 Uhr im Flugzeug nach Port of Spain Platz nehmen. Immerhin wurden uns mehrere Stunden Immigration erspart und wir haben auch hier den Rekord gebrochen: Neben der längsten Anreise gebührt uns auch der Preis für das schnellste Durchkommen: von Flugzeug über Immigration zum Gepäck und durch den Zoll haben wir insgesamt 45 Minuten gebraucht. Nachdem wir auch glücklich durch die diversen Hafenbehörden durch waren (insgesamt 5 Mal Ausweis vorzeigen), waren wir dann gegen halb fünf ENDLICH am Schiff!

In der Zwischenzeit bangte und bibberte der Rest der Crew mit uns mit und freute sich beinahe ebenso sehr wie wir, beim Frühstück am nächsten Tag neue Gesichter zu sehen. Das hieß nämlich, dass die Reise nun endlich losgehen konnte! Um 12 Uhr hieß es dann auch „Klar vorn und achtern!“ und wir konnten dieser gastfreundlichen Insel den Rücken kehren. Direkt nach der Hafenausfahrt ging es auch gleich sehr heftig zu, sodass der ein oder andere ein wenig grün auflegte. Da die meisten auch noch keine Seebeine haben, sah das Laufen unter und auch über Deck eher aus wie nach dem Genuss von ein-drei Getränken. Die ersten Segel wurden schnell gesetzt und um kurz nach 16 Uhr wurde der Motor ausgemacht und seitdem auch nicht wieder angeschmissen. Hin und wieder zieht der ein oder andere Schauer durch, aber bei 26°C Lufttemperatur wollen wir uns darüber mal nicht beklagen, es ist schon fast erfrischend… 😉

Damit verabschieden wir uns für heute erstmal. Im morgigen Bericht geht es dann mehr um das Leben an Bord und nicht mehr um Flughafengeschichten, versprochen! Davon haben wir die Nase nämlich auch gehörig voll!

Es grüßen von Bord Kapitän Wolfgang  und seine Crew sowie Berichterstatterin Clara