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TÖRN 101.17 – Position 07.01.2017

Mittagsposition: 24° 35,7’N 018°21,7’W, Luft 21°C, Wasser 20°C, Wind SSO 3, Etmal 122 sm

Liebe Alex-Fans,

Nach einer ruhigen Nacht nur unter Segeln bekamen wir auf dem Achterdeck tierischen Besuch: Aus einem Teich tauchten Krokodile auf, wickelten sich um einen Baum und verschwanden wieder im Wasser. Das war natürlich die 4- 8-Wache bei der Knotenkunde (Eselsbrücke für den Palstek). Nachdem auch die übrigen an Bord verwendeten Knoten geübt wurden, übernahm die 8-12- Wache nach Sonnenaufgang das Schiff. Bis zum Nachmittag wurden fleißig Segel getrimmt, parallel kämpfte ein wackerer Trupp gegen den unvermeidbaren Rost. Leider wehte der Wind so ungünstig, dass uns der Kurs nicht mehr Richtung Kapverden, sondern nach Brasilien geführt hätte.

Rasmus, so geht das nicht, wir brauchen besseren Wind! Ab 15 Uhr wurde es für das ungeübte Auge chaotisch an Deck: Da wir eine Wende fahren wollten, musste gefühlte 500 Leinen klargelegt werden (na, vielleicht waren es doch ein paar weniger). Der Wachwechsel um 16 Uhr fiel aus, stattdessen begannen wir direkt mit dem Wendemanöver, wobei die Freiwache fleißig mithalf. Entsprechend glatt lief alles ab, wir waren in 10 Minuten mit dem Bug durch den Wind. Der 4-8-Wache kam dann die dankbare Aufgabe zu, alle Segel fein zu trimmen bzw. die zur Wende geborgenen Segel wieder zu setzen. Danach war noch Aufräumen angesagt, der „Nudelsalat“ wurde wieder ordentlich aufgeschossen. So fuhren wir unter Segeln in die Nacht.
Hier die Eindrücke unseres Trainees Toto, der seinen ersten Törn an Bord
verbringt:
Viele Leinen, Stage und Wanten und noch mehr Segel. Gefühlt maximales Chaos, aber unser Toppsmatrose Hermann verstand es sehr gut, uns die Leinen und Segel zu erklären, und ich hatte auch schon erste Erfolge, die richtigen wieder zu finden. Heute hatte ich Backschaftsdienst, also „Innendienst“ in Messe und Pantry. Dabei konnte ich mich als „Saunameister“ in der Pantry (das ist die Spülküche an Bord) austoben.

Besonders der Käsfußaufguss war sehr beliebt. Zwischendurch konnte ich mal hoch an Deck etwas frische Seeluft schnappen und dabei Delfine beobachten.
Diese schwammen und sprangen um unser Schiff zu Hunderten herum. Um 13:00 gab es dann noch eine Sicherheitsübung der Stammcrew. Dabei wurde eine „verletzte Person“ (Dummy) aus dem Rigg abgeborgen. Das hat mich als Feuerwehrmann natürlich sehr interessiert. In der Tat eine fachmännisch einwandfrei ausgeführte Operation. Patient sicher und heil an Deck, und auch unser Doc war zufrieden. Bei der Wende musste ich leider wieder in meine Saunalandschaft. Das Bordleben ist spannend und sehr abwechslungsreich, und ich freue mich sehr auf meine weiteren Erlebnisse an Bord der Alex.

Werden wir nach der Wende überhaupt die Kapverden erreichen können? Hat Rasmus ein Einsehen und schickt uns guten Wind? Darüber berichten wir morgen. Bleibt dran!