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Newsletter 1/2017

Editorial

Nach einem imposanten und erfolgreichen Transatlantik-Törn ist unsere Grüne Lady, die ALEXANDER von HUMBOLDT II, am 9. September „schon“ wieder zurück in ihrem Heimathafen Bremerhaven. Auf den verschiedenen Stationen, den Häfen der überseeischen Länder, hat unser Schiff mit ihrer frischen, sympathischen Crew viele Freunde und auch neue Fans gewonnen. Viel bestaunt durch den einmaligen und eindrucksvollen Auftritt mit den markanten grünen Segeln und strahlend herausgeputzt, ist sie der Hingucker bei den Festivals des Rendez-Vous 2017 in den USA, auf den Bermudas und natürlich als das Flaggschiff der Feierlichkeiten in Kanada.

Hier, auf dieser Seite des „großen Teichs“, laufen die Vorbereitungen für die Heimkehr nach Bremerhaven an. Zusammen mit unseren Partnern von Anheuser-Busch InBev (Beck’s) in Bremen, der Erlebnis Bremerhaven Gesellschaft für Touristik, Marketing und Veranstaltungen mbH sowie der Marineoperationsschule Bremerhaven wollen wir gemeinsam mit vielen Freunden des Alex-2 Förderkreises und weiteren Gästen dem Schiff und der Crew einen schönen, fröhlichen und ansprechenden Empfang bereiten (nähere Infos folgen in Kürze, hier bitten wir noch um etwas Geduld).

Danach geht es flott weiter mit einem gemeinsamen Törn in Richtung Ostsee, der von unseren Partnern Dirk Rossmann GmbH und der Deutschen Klimastiftung mit Jugendlichen gestaltet wird. An zwei weitere Törns in der Ostsee schließt sich der Ausbildungstörn für unsere Stammcrew in Travemünde an. Mit Rückkehr nach Bremerhaven und einer Ausrüstungszeit endet der Besuch im Norden dann auch schon Mitte Oktober. Danach heißt es Abschied nehmen Richtung Süden. Die Wintersaison wird wieder, mit neuem Fahrplanlook, in den Segelrevieren rund um Madeira und die Kanarischen Inseln ausgestaltet.

Der vorliegende Törnplan für die Saison 2017/2018 hat ohnehin jede Menge Highlights für jeden Anspruch dabei. Eine ausführliche Darstellung findet Ihr in diesem Newsletter.

Druckfrisch kommt auch in den kommenden Tagen unser neu aufgelegtes Bordhandbuch für Seebären und Landratten daher. Im neuen Gewand und mit vielen Details und Informationen rund um das Schiff, den Segelalltag sowie die seemännischen Begrifflichkeiten ist dieses Buch ein Standardwerk für anspruchsvolle Segler, aber auch nur mal so zum „Schmökern“ geeignet. Ein Muss für jeden Liebhaber der ALEXANDER von HUMBOLDT II.

Viel Spaß bei der Lektüre unseres Newsletters und allen eine gute, gesunde Zeit.

Herzliche HavenGrüße aus dem Heimathafen der ALEXANDER von HUMBOLDT II

Euer Jürgen Hinrichs

Alex-Törnplan 2017/18: von Teneriffa bis Aalesund

Nach ihrer bisher längsten Reise mit zwei Atlantik-Überquerungen kehrt die ALEXANDER von HUMBOLDT II in heimische Gewässer zurück – um schon bald zu neuen, spannenden Törns aufzubrechen. Mehr als 250 Tage ist die Bark mit den grünen Segeln in Übersee, Anfang September 2017 wird sie wieder im Heimathafen Bremerhaven erwartet. „Dort machen wir sie in einer kurzen Ausrüstungszeit fit für neue Herausforderungen und Segelerlebnisse“, sagt DSST-Vorstandssprecher Jürgen Hinrichs.

Nach der Ausrüstung steuern Trainees und Stammcrew mit der ALEX II zunächst Saint Malo, Cadiz und die Mittelmeerhäfen von Alicante und Toulon an, ehe es im Dezember über Madeira ins Winterrevier der Kanarischen Inseln geht. „Silvester und die Karnevalsfeiern gehören dort zu den besonderen Höhepunkten“, weiß der langjährige ALEX-II-Kapitän Jens Middendorf, „aber auch sonst eignet sich das Revier mit Sonne und Wind hervorragend für eine kleine Segel-Flucht aus dem deutschen Wintergrau.“ Auf dem Rückweg in nördlichere Gefilde besuchen Schiff und Crew unter anderem La Coruña mit dem ältesten noch in Betrieb befindlichen Leuchtturm, dem römischen Herkulesturm.

„Im Frühjahr kommenden Jahres freuen wir uns darauf, die ALEXANDER von HUMBOLDT II interessierten Besucherinnen und Besuchern beim Hamburger Hafengeburtstag und beim Seestadtfest in Bremerhaven vorzustellen“, erläutert Jens Middendorf und blickt auf den weiteren Routenverlauf: „Im Frühsommer kreuzen wir in der Ostsee und machen uns dann über Dänemark und Norwegen auf den Weg nach Sunderland in Nordengland.“ Dort starten die von Sail Training International (STI) organisierten Tall Ships Races 2018 mit weiteren Stationen in Esbjerg, Stavanger und Harlingen.

Je nach Revier und Ziel dauern die Törns der ALEXANDER von HUMBOLDT II zwischen fünf und 14 Tagen. „Während längere Reisen der Stammcrew und Mitseglern mehr Zeit geben für intensives Sail Training, bieten sich die kürzeren insbesondere für diejenigen an, die nur wenig Urlaub haben oder erst einmal in Küstennähe Großseglerluft schnuppern möchten“, erläutert Jürgen Hinrichs.

Alex aktuell

Die ALEX II in der Bucht von Colombier (St. Barth) während der Karibiktörns im Februar 2017. Copyright: A. Koch

Momentan (Stand Juli 2017) ist die ALEX II nach der STI-Regatta Rendez-Vous Tall Ships von Bermuda nach Boston auf dem Weg nach Kanada. Von Halifax wird die „Grüne Lady“ in einem langen Schlag den Atlantik überqueren, erster Hafen in Europa im September wird das französische Le Havre sein. Bei der Transatlantikreise im Januar von den Kapverden in die Karibik legte die ALEX II die komplette Distanz von 2.439 Meilen unter Segeln zurück – nur beim Auslaufen aus dem Hafen von Palmeira (Sal) musste kurz die Maschine assistieren. Eine besondere Auszeichnung gab es Anfang Juni nach dem Zubringerrennen zur Rendez-Vous-Regatta: Auf der Reise von Charleston (USA) nach Bermuda wurde die ALEX II von der STI als Communication Plattform (Rufzeichen: Race Control Alex2) ernannt. Kapitän Peter Winkler und Steuerfrau Wiebke Okken wurden für eine hervorragende Ausführung der Aufgabe von der STI-Führung gelobt.

 

 

Pottkieker (II) – Tino Jochen

Im zweiten Teil unserer Smut-Serie erzählt Tino Jochen, wie er von Hessen auf die Alex kam und was er der Besatzung gern serviert.

Wenn es auf dem letzten Alex-Törn mal wieder richtig leckeres Essen gab, dann könnte das an Tino Jochens Gästen gelegen haben – zumindest indirekt: sie schenkten ihm 2007 seinen ersten Törn als Trainee zum Geburtstag, der grüne Virus erwischte ihn und schon bald wechselte er in die Kombüse. Geboren 1967 im Brandenburgischen Seelow, absolvierte Tino eine Kochlehre und arbeitete dann als Alleinkoch in einem Ausflugsrestaurant. 1991 zog es ihn nach Bad Homburg, wo er verschiedene Stationen in der Gastronomie durchlief und 1998 erfolgreich die Prüfung zum Küchenmeister absolvierte. „Seit 2010 bin ich bei einem großen Cateringunternehmen beschäftigt, zunächst als Regionalleiter und mittlerweile als Key Account Manager“, erzählt Tino. „Zum Glück bleibt mir zwischendurch immer mal Zeit für einen Törn mit der Alex.“ Gefragt nach seiner spannendsten Reise mit der Grünen Lady, zögert er nicht lange: „Das war sicher der Törn von Dublin nach Reykjavik 2012, mit ordentlich Wind und einer tollen Crew!“ Sein schönstes Erlebnis an Bord spielte sich dagegen am geografisch entgegengesetzten Ende des Törnplans ab: „Weihnachten vor drei Jahren war bei einem Kanarentörn zum ersten Mal meine Tochter mit an Bord – auch sie ist infiziert und möchte bald ihren Leichti machen.“

Das eine Lieblingsrezept hat Tino Jochen nicht, lässt uns aber trotzdem mit einem leckeren Beispiel an seinem Kombüsenwissen teilhaben:

Gebratenes Kabeljaufilet mit Senfschaum auf Orangenrisotto

Zutaten für 60 Personen:

  • 60 Portionen Kabeljaufilet á 140 g
  • 2,5 kg Risottoreis
  • 0,5 l Orangensaft
  • 1 l Sahne
  • 250 g Butter
  • 500 g Parmesan, gerieben
  • Gemüsebrühe
  • 4 Zwiebeln
  • Salz, Pfeffer, Zucker, Muskat, Estragon
  • Zitronensaft, Abrieb von 2 Orangen
  • Olivenöl, Mehl

60 Portionen Kabeljaufilet á 140 g salzen, pfeffern und mit Zitronensaft beträufeln. Leicht mehlieren und in heißem Olivenöl kurz von beiden Seiten anbraten, herausnehmen und auf Bleche zum Fertiggaren ablegen.

4 Zwiebeln in feine Würfel schneiden und in Olivenöl in einem großen Topf glasig anschwitzen.

2,5 kg Risotto- oder hilfsweise Milchreis dazugeben und unter ständigem Rühren ebenfalls glasig anschwitzen.

Mit einem halben Liter Orangensaft ablöschen und ständig weiterrühren. Sollte die Flüssigkeit vom Reis aufgenommen sein, immer wieder mit Gemüsebrühe auffüllen, so dass der Reis knapp bedeckt ist. Und rühren, rühren, rühren.

Nach ca. 12-15 Minuten den Fisch in den Konvektomaten geben und bei ca. 65 Grad Heißluft fertig garen. Er soll innen noch glasig sein.

Nach ca. 20 – 25 Minuten ist der Risottoreis fast gar, mit leichtem Biss. Jetzt den Abrieb von 2 Orangen dazugeben und mit Salz, Pfeffer und eventuell einer Prise Zucker abschmecken.

Zum Schluss 250g Butter und 500 g geriebenen Parmesan unterziehen. Das Risotto soll schön schlotzig sein. Eventuell noch Brühe dazugeben.

Für den Senfschaum 1 l Sahne mit 2-3 Esslöffeln Senf aufkochen und eventuell mit etwas Stärke abbinden. Abschmecken mit Salz, Pfeffer, Zucker, Muskat und etwas Estragon. Dann mit einem Mixstab zu einem luftigen Schaum aufmixen.

Risotto in tiefe Teller geben, Fischfilet darauf und mit einem Löffel Senfschaum vollenden.

Guten Appetit!

Der Stamm wächst

Auf den letzten Törns haben zahlreiche neue Stammbesatzungs-Mitglieder ihre Prüfungen absolviert. Wir gratulieren Frank Benner, Lukas Borgmann, Andreas Brandl, Luca Marie Buxel, Deike de Buhr, Julia Deiml, Beate Dittrich, Jana Dorner, Daniel Drews, Wolfgang Droescher, Regina Eichhorst, Stefan Fendt, Bernd Gerlach, Thomas Goebel, Ricarda Götz, Volker Günther, Jonathan Hell, Ella Mereth Jacobsen, Aaron Keddy, Andreas Kurzbach, Elena und Martin Lichtenthaler, Ilija Majcen, Albrecht Mayer, Michael Mey, Enrico Obenaus, Marie Pischel Felix Romberg, Jens Schlirf, Veronika Schmid, Yannick Schrödel, Jan Schulte, Harald Schunk, Laura Sommer, Till Stöckmann, Phillip Stolze, Lara Unland und Max Werner zur bestandenen Leichtmatrosen-Prüfung sowie Roman Baedorf, Gero Jonas, Marcus Kammann, Eike Koeplin, Sabine Krüger, André Piper und Andre Schmitz zum Matrosen. Falls wir jemanden vergessen haben sollten, gilt wie immer: Sorry, keine böse Absicht!

 

Redaktion: Jirka Niklas Menke
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