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TÖRN 109.17 – Position 19.04.2017

Logbucheintrag #1: Abreisetag und erster Tag auf See (19.+20.)

Jeder Törn der Alex beginnt mit der Einschiffung am Ausgangshafen – und Cozumel empfing uns mit strahlendem Sonnenschein, genau so wie wir uns die karibischen Gewässer vorgestellt hatten. Nach dem Beziehen der Kojen und dem Verstauen des Gepäcks wurde die Crew erst einmal wie üblich mit einer kurzen Ansprache an Bord begrüßt. Anschließend erfuhren wir in welchen Wachschichten wir die Reise bestreiten würden und bekamen in den entsprechenden Gruppen die Führung über das Schiff. Diejenigen von uns, die sich auf der Alex noch nicht so auskannten, sollte das aber nicht davon abhalten sich in den nächsten Tagen dennoch immer wieder zu verirren… selbstverständlich, das gehört dazu. Nach der Nacht im Hafen stand dann der Abreisetag an.

Der nächste Morgen brachte dann für alle Neuen nach dem Frühstück diverse Einweisungen, inklusive dem ersten Aufstieg ins Rigg. Nach dem Verladen des letzten Proviants ging es dann mittags endlich los – wir stachen in See, Ziel: Kuba.

Der Kurs führte uns mit gesetzten Segeln zunächst Richtung Südspitze von Cozumel – und damit auch in ungemütlicheres Wetter, denn dort wartete bereits eine Unwetterfront auf die Alex. Für das schlechtere Wetter von oben sind wir natürlich gerüstet. Der spürbar stärkere Wellengang aber gab jedem, der die Seefahrt nicht gewohnt war, die Gelegenheit herauszufinden ab wann man selbst seekrank wird. Für nicht wenige war der Punkt an dieser Stelle bereits überschritten, und so hatten die ersten Wachschichten mit eine Ausfallrate von bis zu 50% zu kämpfen. Auch einige alte Hasen wurden hier wieder daran erinnert, dass die ersten ein, zwei Tage auf See durchaus Ihren Tribut fordern können.
Viele sonnige Grüße,

In der Nacht umrundeten wir dann vor blitzerleuchteter Kulisse die Südspitze von Cozumel und nahmen Kurs Richtung Norden, die Ostküste der Insel entlang. Der Windrichtung wegen allerdings mit Hilfe unseres Motors, damit wir mit Tagesanbruch zumindest wieder in der richtigen Position waren um erneut Segel setzen zu können.

Gegen Mittag des ersten vollen Tages auf See stand dann die obligatorische Feuerübung an. Das karibische Wetter bewies hier einen Sinn für schwarzen Humor – nach einem trockenen Morgen begrüßte es die auf Deck geeilte Crew mit heftigen Schauern. Entsprechend durchgeweicht verzogen wir uns dann nach der ansonsten erfolgreichen Übung schnell wieder unter Deck.

Im Lauf des Tages fiel uns außerdem auf, dass wir blinde Passagiere an Bord haben – mehr oder weniger zumindest. Zwei Schwalben haben sich offensichtlich entschlossen, sich unserer Reise nach Havanna anzuschließen. Seitdem sieht man sie immer wieder einmal zwischen den Masten und Segeln im Wind tanzen. Ein schönes Bild, auch trotz des meist doch eher grau-regnerischen Himmels.

Ende des Tages mussten wir dann unsere Segel leider wieder einholen, um erneut mit Motorunterstützung nachts unseren Kurs Richtung Osten – und damit Kuba – verfolgen zu können.

Bis hierhin aber durchaus zwei ereignisreiche erste zwei Tage!