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TÖRN 160.18 – Position 21.12.2018

Tagesbericht

Törn:                                    160.18

Datum:                                21. Dezember 2018

Mittagsposition:              Muelle St. Catalina, Las Palmas

Das Wetter:                      Sonnig und angenehm warm

Titel/Überschrift:            Die Geschichte mit dem Einkaufswagen

Ganz ungewohnt mit etwas Musik und einem netten Weckspruch beginnt dieser Tag an Bord. Wo wir sonst alle einzeln zu unseren Wachen geweckt wurden, waren heute alle auf einmal dran. Dementsprechend groß ist das Gewusel beim Frühstück. Wie schnell man sich doch daran gewöhnt hatte, dass im Wachbetrieb nicht so viele Leute gemeinsam in der Messe sitzen.

Heute beginnt leider schon das Ende unseres Törns und so wir die Alex nach dem Frühstück erst mal innen auf Hochglanz poliert. Alle waren beteiligt und so konnten wir schnell alle Aufgaben erledigen. Ist ja Ehrensache, dass wir dem nächsten Törn ein sauberes und ordentliches Schiff übergeben wollen. Und das natürlich nicht nur unter Deck. Als dort alles erledigt ist, werden die Gurte wieder angelegt und die restlichen Segel gepackt. So im Hafen findet dann auch noch der ein oder andere den Weg ins Rigg, der sich vorher nicht so ganz getraut hatte.

Danach steht für alle Landgang an. Es bilden sich unterschiedliche Grüppchen. Sonnenhungrige laufen mit Handtüchern und Badesachen an den Strand von Las Palmas, Kulturhungrige suchen das Columbus-Museum, Wasseraffine entdecken das Aquarium und sehen endlich, was so unter uns schwamm und eine Delegation der 8-12 Wache geht beim Supermarkt einkaufen, um ihre letzte Wache mit einem Picknick an Deck ausklingen zu lassen.

Soweit, so gut. Aber dann … der Einkaufswagen mit dem die Köstlichkeiten an Bord transportiert wurden, macht sich an der Pier selbstständig. Ohne dass es jemand sieht (der noch in Reaktionsnähe gewesen wäre) bewegt er sich vorwärts. Die Anziehungskraft der Alex ist zu groß und wer möchte schon gerne alleine an der Pier zurückgelassen werden. Leider hat der Einkaufswagen übersehen, dass zwischen ihm und der Alex noch ein fetter Fender und das Hafenbecken ist und so … krach – plums – dengel – platsch … erschreckt er die Gangwaywache. Immerhin konnte er die Alex einmal berühren, bevor er in der trüben Brühe des Hafenbeckens verschwand.

Zum Glück konnte er auf Hilfe hoffen. Wir lassen doch niemanden im Stich, der Sehnsucht nach der Alex hat! Und so fand sich eine immer größer werdende Gruppe von Experten an der Pier ein und begann die Rettungsaktion. Da wir davon ausgehen mussten, dass er mindestens 5 Meter untergegangen war, wurde mit Seilen und Haken gearbeitet. Das beste Händchen hatte nach einigen Versuchen der Kapitän, der das Bergungsequipement um einen Klappanker erweiterte und prompt den Einkaufswagen retten konnte. Wiederbelebungsmaßnahmen waren zum Glück nicht erforderlich, aber leider stand er nicht auf der Crewliste und musste daher mit seiner restlichen Familie an Land verbleiben.

Mit diesem Erlebnis verabschieden wir uns von Euch. Heute Abend werden wir unseren Törn noch in Ruhe ausklingen lassen und uns dann morgen wieder zurück in die kalte deutsche Weihnachtszeit begeben. Von denen, die noch bis ins neue Jahr an Bord bleiben, hört Ihr sicher mehr.

Es grüßen der Kapitän und die Crew