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TÖRN 159.18 – Position 08.12.2018

Törnbericht

Ohne dass alle wirklich gewusst hätten, was sie erwartet, fand sich die 40 Mann und Frau starke Besatzung der Alexander von Humboldt II am 08.12. nach und nach an Bord ein. Mancher mit freudigem HALLO begrüßt, mancher mit erwartungsvollem Blick, versammelten sich alle in der Messe, um das erste gemeinsame Abendessen einzunehmen. Es folgte die Begrüßung durch Kapitän Ingo, der auch die Stammbesatzung vorstellte und die Wacheinteilung bekanntgab.

Im Rahmen der Sicherheitseinweisung und der anschließenden Riggbegehung eroberten sich die Trainees langsam aber sicher das Schiff und lernten immer neue Ein-, Aus- und Aufstiegs­möglich­keiten kennen.

Bei der obligatorischen Übung mit dem Bereitschaftsboot musste die Besatzung am nächsten Morgen mit Erstaunen feststellen, dass unbekannte Floristen das Heck der Alex mit zwei mehr oder weniger formschönen Blumen verziert hatten. Gibt es etwa einen Zusammenhang mit dem nächt­lichen Wasserbombenangriff durch die Besatzung der Roald Amundsen? Das wird sich wohl nie aufklären lassen. Durch den umsichtigen Einsatz der Besatzung des Bereitschaftsbootes konnte das Heck schnell wieder begrünt werden, so dass die Alex endlich in See stechen konnte.

Da Segeln mit reduzierter Besatzung umso mehr Einsatz erfordert, sorgen zwei hochmotivierte Köche für beste Stimmung, unter anderem durch ein täglich wechselndes Angebot an frisch gebackenem Kuchen. Frei nach dem Motto: ohne Mampf kein Kampf.

Die Toppsis hatten erkennbar großen Spaß daran, ihr umfangreiches Wissen an die interessierten Trainees weiterzugeben. So wurde zum Beispiel demonstriert, wie schnell eine über Bord gefallene Person (bzw. der hierfür verwendete Dummy „Fred“) nicht mehr zu sehen ist. Bei der Unterrichts­einheit mit Dummy „Günni“ wurde dieser mehrmals erfolgreich aus dem Rigg geborgen. Dieses wohl ungeschickteste Besatzungsmitglied hatte sich mehrfach in eine hilfsbedürftige Lage gebracht. Gut zu wissen, dass er immer wieder wohlbehalten auf das Deck zurückgebracht werden konnte.

Die 0-4 Wache wurde immer wieder durch einen eindrucksvollen Sternenhimmel für das frühe Aufstehen entschädigt. Und konnte sogar den Beweis antreten, dass beim Anblick von Stern­schnuppen tatsächlich Wünsche in Erfüllung gehen. So war der Nachschub von leckeren Schoko-printen durchgängig sichergestellt, genauso wie einer der Leichtmatrosen es sich gewünscht hatte.

Beim nächtlichen Umherstreifen über Deck konnte sogar ein Mastspecht eingefangen und zum Schweigen gebracht werden, der sich zuvor lautstark am Besanmast betätigt hatte.

Aus dem unteren Betriebsgang ertönen immer wieder leise Klänge einer Ukulele oder einer Quetsch­kommode. Das muss Waschbär Tom sein, der sich bereits auf das Captain’s Dinner vorbereitet. Leider ist mit dem Näherrücken des Captain’s Dinners auch absehbar, dass ein Großteil der Besatzung von Bord gehen und die Heimreise antreten wird. Aus aufgeschnappten Gesprächen ist aber bereits erkennbar, dass der eine oder andere erneut den Weg auf die Alex II finden wird, um einen weiteren Törn unter grünen Segeln zu verbringen.

Es grüßen Kapitän Ingo und die berichterstattende Printenwache (0-4).