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TÖRN 156.18 – Position 11.11. – 13.11.2018

Törnbericht 11. bis 13.11.2018

 

Mittagsposition 13.11.2018:  42°45’N 10°05’W

Luft: 17°C, Wasser: 15°C, sonnig, wenige kleine Wolken

 

Liebe Daheimgebliebene,

unser Törn begann mit der Anreise nach La Coruña in Galizien. Am Nachmittag des 11.11.2018 waren schon fast alle an Bord, so dass Kapitän Tilman sowohl das Stammcrewbreefing als auch die Begrüßung der Trainees planmäßig durchführen konnte. Wachweise erfolgte auch die erste Erkundung des Schiffsinneren, damit die Notausgänge und die wesentlichen Orte gleich allen bekannt waren. Wir sind eine recht kleine, aber dafür umso schlagkräftigere Truppe, die am Abend des gleichen Tages zunächst noch die sehr sehenswerte Altstadt von La Coruña erkundete.

Am Morgen des 12.11.2018 wurden nach leckerem Frühstück mit Brötchen und Rührei, die unsere Smuts Uwe und Oskar vorbereitet hatten, zunächst noch Lebensmittel und Getränke gestaut, damit wir es uns auch weiterhin gut gehen lassen können. Alle, die schon mal mit Uwe und Oskar gefahren sind wissen, dass daran kein Zweifel besteht!

Außerdem wurde mit einem ersten Generalalarm geübt, dass sich alle mit den vorgeschriebenen Rettungswesten schnellstmöglich auf dem Hauptdeck versammeln. Schließlich begaben sich die ersten in die Takelage und enterten zumindest bis zur Marssaling, einige aber auch schon auf die Rahen, damit sie im Verlauf der Reise wissen, wie die jetzt noch hafenfein gepackten Segel gelöst und zum Setzen fertig gemacht werden. Und wer beschreibt das tolle Gefühl, draußen auf dem Fußpferd der Bramrah zu stehen und einen wunderschönen Regenbogen über fast ganz La Coruña zu sehen?

Aber dann wurde das Auslaufen vorbereitet und um 13:30 h war der Hafenlotse an Bord. Nach dem Aufkürzen der Leinen setzte sich unsere Grüne Lady ganz gemächlich in Gang, drehte im Hafenbecken und mit einem kleinen Törn nach Backbord empfing uns der Atlantische Ozean mit ordentlicher Dünung. Leider kommt der Wind derzeit noch von vorn, so dass wir motoren müssen. Der Unterwasserbesan ist zwar zuverlässig und schiebt uns unserem Ziel entgegen, aber eigentlich würden wir natürlich lieber die Hauptmaschine unseres Segelschiffes benutzen.

Derzeit ist daran aber leider nicht zu denken – noch nicht einmal Stagsegel würden die weiterhin unruhige Lage des Schiffes stabilisieren. Und schaukeln tut unsere Alex ganz ordentlich! Trotz ihrer Größe von 65 m Länge, 10 m Breite und 5 m Tiefgang: auf dem Atlantik ist sie wie eine Nußschale… Das müssen auch einige Crewmitglieder erleiden, deren Gleichgewichtsorgan im Ohr meldet, dass es schaukelt (richtig!), während die Augen im Schiff an Wänden und Gegenständen sehen, dass alles ganz normal und ruhig sei (falsch!!!). Diese widersprüchlichen Meldungen quittiert das Gehirn dann mit Unwohlsein, Übelkeit, Kreislaufproblemen. Das Ganze nennt man Seekrankheit und färbt die Gesichter der Betroffenen gelegentlich so, wie die Segel unseres stolzen Schiffes. Glücklicherweise ist dieser Zustand aber immer rückläufig, so dass wir bald alle wieder fit sein werden!

Ein besonderes Highlight heute war der Geburtstag von Fritz, der mit einer riesigen, wunderbar verzierten Torte gefeiert wurde.

In Abhängigkeit der Naturgewalten, in die wir uns begeben haben, werden wir das Beste aus Wind und Wetter machen. Der Plan ist, zunächst nach Süden weiter zu fahren, bis wir in gutes Segelwetter kommen. Unser Ziel Cádiz ist ja noch fern, aber der Törn hat ja gerade erst begonnen! Wir geben die Hoffnung nicht auf und danken Euch allen, die Ihr uns die Daumen drückt.

Wir werden berichten, wie es uns weiter ergehen wird. Bis dahin grüne Grüße von Kapitän Tilman und der gesamten Crew

PS: 15:30 h Wal an Steuerbord gesichtet.