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TÖRN 156.18 – Position 14.11. + 15.11.2018

Törnbericht 14. und 15.11.2018

 

Mittagsposition 15.11.2018:  37°58’N 09°59’W, südlich Lissabon

Luft: 19°C, Wasser: 16,5°C, leicht bewölkt, Windstärke 4-5

 

Liebe Alex-Fangemeinde,

das nenne ich mal eine günstige Wendung der Geschehnisse: Die Dünung des Atlantiks hat abgenommen, der Wind hat zugenommen! Aber der Reihe nach:

Gestern Vormittag haben wir es mal mit ein paar Stagsegeln versucht, aber dieser Versuch wurde rasch als wenig Erfolg bringend wieder abgebrochen. Insofern war Zeit für umfangreiche Erhaltungsmaßnahmen unter Leitung unseres Bootsmanns Tönne. Es wurde fleißig Rost geklopft und gepönt, damit unsere grüne Lady zum einen schön aussieht, vor allem aber dem aggressiven Meerwasser weiter Stand halten kann und noch viele, viele Segelfreunde und solche, die es werden wollen, über die Weiten des Atlantik, des Mittelmeeres und der Nord- und Ostsee schaukeln kann.

Apropros schaukeln: Das hat zur Freude unserer wenigen Seekranken deutlich abgenommen, so dass alle wieder genesen sind und ihrer Wache zur Verfügung stehen.

Zum Mittagessen hat Kapitän Tilman seinen „Schlachtplan“ bekanntgegeben: Wir werden erst einmal streng nach Süden motoren, um möglichst rasch in ein Gebiet mit günstigen Winden zu kommen, damit wir endlich das machen können, weswegen wir uns hier zusammengefunden haben: SEGELN! Um die Winde dann ausnutzen zu können (wenn sie denn so wehen, wie vorhergesagt…), wollen wir ein Stückchen Richtung Amerika segeln und nach einer Wende oder Halse gen Osten unserem Zielhafen Cádiz entgegen fahren und diesen so spät als möglich erreichen.

Aber Rasmus ist uns schon schneller gewogen, als befürchtet. Heute erfreut er uns mit 4-5 Windstärken aus Südost, so dass wir ganz hart angebrasst zumindest schon mal die Unter- und Obermarsen setzen konnten. 12:30 Uhr hieß es dann: Maschine aus – wir gönnen dem treuen Unterwasserbesan seine Ruhepause. Möge sie lange anhalten! Und mit dem Segelsetzen soll das weitergehen: Geplant sind noch die Bramsen, die Fock, das Groß und der Besan. Mit einem Kurs Südsüdwest können wir diesen Wind schon mal gut nutzen, bevor er nach Südwest drehen soll.

Beim Auszeisern der Vor-Obermars gab es ein besonderes Schauspiel für den Berichterstatter: Unter ihm holten zwei Orcas in einem eleganten Bogen Luft und ein dritter tummelte sich neben dem Bug, um dann nach achtern durchzugehen. Für solche Momente allein hat sich der Törn doch schon gelohnt!

Wer bei den Namen der Segel ins Grübeln gerät, der sollte sich einmal den Vortrag von Toppsi Julia anhören. Sie erklärt die Geschichte des Segelschiffbaus bis hin zu den großen Handels-Segelschiffen so, dass auch die Terminologie des Mastaufbaus und der an den Rahen befestigten Segeln sonnenklar wird!

Und  noch ein bisschen Aussicht: Heute ist Donnerstag und damit Seemannssonntag. Natürlich hat Oskar Kuchen gebacken, der bei der Mittagessenausgabe schon in der Kombüse winkte, und den wir uns zur Coffeetime schmecken lassen werden. Dabei denken wir an Euch, die Ihr vielleicht gerade in Euren Büros sitzt und arbeiten müsst. Ein Tipp: Schnell den nächsten verfügbaren Törn buchen, ab auf die Alex und  auch so eine tolle Reise genießen!

Wir werden berichten, wie es uns weiter ergehen wird. Bis dahin grüne Grüße von Kapitän Tilman und der gesamten Crew