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TÖRN 135.18 – Position 01.08.2018

Tagesbericht

Mittwoch, 01.08.2018: Vierter Törntag – Racetag 3 (geschieben von der 0-4 Wache)

Der Tag beginnt mit der nun tatsächlich seekrankfreie 0-4 Wache mit Toppsi Max unter melancholischem Vollmondschein. Noch fahren wir unter Segeln, was allerdings, wie wir durch Steuermann Christina erfahren, bald enden wird, da sonst der pünktliche Zieleinlauf unmöglich ist. Trotzdem gibt es für diese Wache sehr wenig zu tun – genauer, ganze zwei Brassen werden durchgesetzt und Wetter gemacht.

Während die 0-4 Wache von ihrem Toppsi Max nach Wachende ein Bier ausgegeben bekommt, kann die darauffolgende 4-8 Wache angeblich Tümmler im Meer bestaunen. Etwas unspektakulär werden dann noch Knoten geübt und bei Morgensonne unternehmen die, die Lust haben, einen Ausflug ins Rigg.

Beim Frühstück mit Spiegeleiern verbreitet sich die enttäuschende Nachricht vom Abbruch des Races um 09:00 Uhr. Um die Alex II aufzustoppen, da wir sonst zu weit vom kürzesten Weg nach Harlingen abkommen würden, ordnet unser Käpt’n Immo an, die 8-12 Wache soll kreuzbrassen. Da nach dem Raceende der Motor laufen soll, werden sämtliche Geitaue und Gordinge der Segel hochgezogen.

Für Leichti- und Matrosenanwärter gibt es Unterricht vom Bootsmann zum Müll, zur Schiffsrestaurierung und die Feuerübung steht gegen 14:00 Uhr an.

Nach Klößen und Krustenbraten / Gemüsepuffer darf die 0-4 Wache weiter dem Bootsmann beim Rostklopfen, Pönen und Putzen helfen und somit endgültig die ganzen Alexianer aus dem Schlaf reißen. Bram und Royal sollen schließlich gepackt werden, was zum Ende hin eine schwierige Geburt wird – ganze zwei Stunden dauert die Aktion und Käpt’n Immo verliert schon die Fassung. Während des Packens beobachtet uns das Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 5“, das uns an Steuerbord passiert.

Gegen 14:00 Uhr beginnt die imaginäre Feuerbekämpfung und Rettung einer Person aus der Wachmesse.

Ab 15:30 Uhr pilgert die mehr oder weniger fleißige Alex-Dorfgemeinschaft zur Schlappskiste, um sich ein Tall-Ship-Race-T-Shirt abzuholen und das eine oder andere Alex-II-Souvenir zu erstehen. Als Belohnung folgt zum Abendbrot dick belegte Pizza.

Der Abend klingt mit einer – für die, die nicht noch ins Rigg müssen – entspannten Runde auf dem Achterdeck aus. Die entenlose* Eendracht kreuzt mit neidischem Becksi-Hilferuf vorbei, währende wir ein 7-3-1 auf BEcksi geben und ihn schön hätscheln und natürlich frech Fotos mit ihm in unseren Armen machen. Die, die ins Rigg müssen, versuchen sich zwar an einem besseren Packen der Segel, was aber bei einem guten versuch bleibt und Käpt’n Immo endgültig die Hände über dem Kopf zusammenschlagen lässt.

Viele Grüße von der Alex II
senden Kapitän Immo und seine Crew

*Zur Erklärung: Becksi (Joppe) ist die (Gummi)Ente (besser Gummi-Erpel) der Eendracht, der in Stavanger auf ungewöhnliche Weise zu uns an Bord gekommen ist (okay, er wurde von uns gekidnappt). Trotz intensiver Verhandlungen ist es der Besatzung der Eendracht während der Liegetage in Stavanger nicht gelungen, Becksi zu befreien. Auf dem Törn von Stavanger nach Harlingen hat sich Becksi so an das Leben an Bord der Alex 2 gewöhnt, dass er sich mit dem grünen Virus infiziert hat und, mit Ausnahme des Gesichts, ganz grün geworden ist. Der grüne Virus sorgt außerdem dafür, dass Becksi die Leichtmatrosenprüfung absolvieren will und sich daher intensiv mit der Vorbereitung der Prüfung beschäftigt. Er nimmt an jeder Ausbildungseinheit teil und schlägt sich auf allen Gebieten wirklich gut!