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TÖRN 134.17 – Position 10.11.2017

Datum:                              10.11.2017
Titel/Überschrift:            Die Straße von Gibraltar

Hallo, hier sind wir wieder. Unsere erste Nachtfahrt haben wir mit abflauendem Wind gut gemeistert und sind noch im Dunkeln in die Straße von Gibraltar eingefahren. Die Segel mussten wir bergen, aber mit Motorunterstützung haben wir uns nach Osten bewegt und die Felsen von Gibraltar bewundert.

Dann, plötzlich, ist das ein Gibraltar-Äffchen? Was turnt denn da in unserem Besantopp herum? Oh, ah, nee, das ist ja Jana! Sie hat sich freiwillig bereit erklärt, die ausgerauschte Flaggleine wieder zu klarieren. Und da hat sich schon mal gezeigt, wie wichtig Knoten an Bord sind. Wenn es schon nicht geklappt hat, dass die Leine an Deck bleibt, so hat der Achtknoten am Ende wenigstens bewirkt, dass sie noch oben in der Rolle hing und nicht ganz ins Wasser geplumpst ist. Jetzt hängt Jana – doppelt gesichert natürlich – auf der Gaffelgehre und versucht, noch schnell zu wachsen. Zehn Zentimeter mehr Armlänge würden jetzt helfen, aber es geht auch so und die Flaggleine kommt wieder zurück an Deck. Ob Jana wohl die Aussicht auf die Felsen von Gibraltar genießen konnte?

Viel Zeit zu überlegen gibt es dazu nicht. Der Wind frischt wieder ein klein wenig auf und nach der Übung von gestern setzen wir heute noch ein paar Rahsegel mehr und gleich noch die vorderen Stagsegel dazu. Unser Fahrtgebiet ist südlich der Handelsschiffe und wir spüren direkt die Wärme von Afrika, als wir näher unter Land kommen. Die Jacken werden verstaut und die Sonnencreme ausgepackt.

Aber eigentlich wollen wir ja nach Spanien. Und Neptun ist uns hold – am Nachmittag dreht der Wind wie versprochen und wir machen in kurzer Zeit eine Halse, um Richtung Spanien weitersegeln zu können. Dies ermöglicht es uns, eine „Riggbegehung für Fortgeschrittene“ durchzuführen und so entern Stamm und Trainees unter Segeln auf beiden Toppen auf und schauen nicht nur nach der Aussicht, sondern auch nach dem Rechten. Ist alles in Ordnung? Was sieht komisch aus? Gibt es Reparaturbedarf? Je schneller wir so etwas feststellen und beheben können, desto besser.

Aber vor allem – wir segeln 🙂

Es grüßen Kapitän Torben und die gesamte Crew