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TÖRN 133.17 – Position 04.11.2017

Törn 133.17

Anker ab, Anker auf, raus auf den Atlantik – Mittwoch 1.11. bis Samstag 4.11.

Am Mittwoch zieht unser wohlbekanntes grünes Schiff an Portugals Küste entlang, mit Kurs auf die betuliche Ankerbucht von Peniche. Der Wind bläst satt aus Süd und wir ihm entgegen, als um 19:48 der Befehl zu „lass fallen Steuerbordanker“ ertönt. Die Kette zieht stramm und der Anker hält wie von den Maschinisten angeschweißt. Auf das erfolgreiche Ankermanöver spendiert der Kapitän ein Ankerbier; auf dem Achterdeck erschallen „sehr zum geneigten Segen“ aus einer und „Herzlichen Dank!“ aus 23 Kehlen – bei quasi-gleichbleibendem Schalldruckpegel.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück wünscht uns „Roca Control“ einen wunderschönen herzlichen guten Morgen, und bringt im angenehmen Morgengespräch alsbald die Idee auf, ob wir nicht woanders ankern wollen, um sich dann mit höflichstem Gruße zu empfehlen. Um 9:48 geht der Anker auf, die Alex fährt, ein satter Regenguss entfaltet seine Wirkung und rund 12.00 liegen wir neu vor dem wieder sonnigen Sao Martinho do Porto – der „Omega-Bucht“. Ein erster Spähtrupp, auch „Fact Finding Team“ geht an Land, um die Küste zu sondieren. Sie kommen mit einer Tüte Glasperlen wieder ;-)) Von 12:30 bis 18:30 fährt „unser Erster“ Alex im Non-Stop-Shuttle Leute zum Strand und zurück. Bei angenehmen 18 Grad baden wir beim heiligen Martin in der Bucht, um uns hinterher mit portugiesischem Kaffee am Strand zu verwöhnen – ein nettes Städtchen, dieses Sao Martinho. Die ganze Bucht ist übrigens voller Algentaucher, die ihre Beute – eine schwarze Algenart – aus der Bucht heraustauchen und in großen Ballen stapelweise auf Pickups laden.

Des lauen Sommerabends findet eine kleine Decksparty mit Essen an Deck und Musik statt. Der Koch hat sich mächtig ins Zeug gelegt und Schweinekotelett sowie Rinderfilet aufgefahren, genauer gesagt letzteres perfekt auf den Garpunkt von 54 Grad Celsius gebracht, was es zu einer Geschmacks-Komposition aus Saftigkeit und Zartheit macht – das schmeckt so gut wie vom Grill. Glücklich, satt und zufrieden fällt die Crew in Ankerschlaf.

Der neue Freitag-Morgen verheißt Wind – also denn aus der richtigen Richtung. Unsere Alex lichtet um 8 den Anker und keine 40 Minuten später darf die Maschine abschalten, im Mast stehen die grünen Segel. Bei Südwind segeln wir direkt nach Westen – das mag falsch für Cádiz klingen, der Wind soll jedoch im Verlaufe des Abends auf West drehen, sodass wir dann mit halbem bis raumem Wind wieder auf Bug Richtung Cádiz gehen können. Bei echtem Segelwetter fahren wir raus auf den Atlantik. Satter Wind wird vom gelegentlichen Schauer begleitet und als Grundton kommt neu ein strammer Schwell hinzu, der sich mit neuen Windwellen zu unerwarteten Kreuzseen aufbauen kann. Ebenso begleiten uns ganze Wohn- und Fluggemeinschaften von Möwen, die mit Vorliebe im Luv unserer Segel kreuzen, um ab und zu weiße Farbe auf das Deck zu bringen.

Die Crew scheint sehr seefest zu sein, sodass nur ein, zwei Nasenspitzen ins Weißliche abdriften. In der Tat hält der spanische Wind sein Versprechen und dreht gegen Abend auf West. Kapitän Jan antwortet mit einer Halse und lässt Punkt 19.00 zu „All Hands“ an Deck rufen – so viele Leute sieht die Alex diesen Törn zum ersten Mal an Deck. Mit einem satten Wendekreis von 3.5 Kabellängen dreht unser Schiff durch den Wind und segelt nun wieder parallel zur spanischen Küste gen Süden.

Wir setzen Kurs auf Cádiz und die Stagsegel. So wie es aussieht, können wir durchsegeln – yeah J Bleiben Sie dran, wenn es wieder neues von der Alex zu berichten gibt.