Blog

TÖRN 115.17 – Position 05.07. – 08.07.2017

Mittwoch, 05.07.17
Tauschbörse auf hoher See

Ahoi von Bord der Alex II

Heute war ein sehr ereignisreicher Tag von dem definitiv keiner behaupten kann, dass ihm langweilig wurde. Bei sehr schönem Wetter lies uns der Wind freundlicherweise nicht ganz im Stich und so konnten wir den gesamten Tag über segeln. Am späten Vormittag ging unsere geliebte Fischerboje, die wir auf dem letzten Törn unfreiwillig aufgenommen hatten, über Bord, geplanterweise natürlich. Keine Frage, dass wir sie wieder zurück holen mussten. Nach sofortigem Ausrufen von MOB und folgendem schnellen Ausbringen des Beibootes konnte die Boje nach kurzer Zeit wieder wohlbehalten an Bord begrüßt werden.

Da das Boot sowieso schon ausgebracht war und die Bedingungen perfekt waren, entschied sich unser Kapitän Mike dazu, allen die Möglichkeit zu geben auf einer Fotosafari ein paar schöne Fotos von unserer grünen Lady unter vollen Segeln (sogar das Besantoppsegel war gesetzt, wer hätte gedacht, dass es tatsächlich existiert) zu machen.

Dabei passierten uns auch immer wieder Fischer. Scherzhaft kommentierte Mike das mit der Frage an die Bootsbesatzung, warum sie denn nicht gefragt hatten, ob sie Fisch hätten. Eine Frage, deren Folgen er zu der Zeit wohl nicht abgesehen hatte, denn: Was der Captain sagt wird gemacht. Für die Fischer schien das auch ein besonderes Erlebnis zu sein, sie wollten uns die frisch gefangenen und noch lebenden Krabben nämlich sogar kostenlos überlassen und schossen, genauso wie wir, zahlreiche Fotos von der Aktion.

Gegen einen Kasten Bier und ein paar T-Shirts wechselten die Krabben dann auf hoher See die Seiten, aber nicht bevor Bootsi Björn extra zum Umladen kommen musste, weil sich Toppsi Olaf nicht traute die Tiere anzulangen.

Nach dem aufregenden Nachmittag blieb etwas Zeit den Rest des Tages zu genießen und zu entspannen, bis es für die 8-12 Wache dank auffrischendem Wind und dem Wetterbericht für den nächsten Tag dann hieß: Stagsegel und obere Rahsegel bergen und beizeisern, um für den morgigen Tag und das kommende Wetter gefeit zu sein. Mal sehen, was morgen so bringt.

 

Donnerstag, 06.07.17
Es regnet Wale

Ahoi von Bord der Alex II

Heute war der Tag mit dem stärksten Seegang. Bei einer Windstärke von acht war das Schiff durchgängig in einer Schräglage von 15°. Das machte für Ungeübte selbst einfache Aufgaben wie das Duschen zu kleinen Abenteuern.

Der weitaus größere Effekt war jedoch, dass nun einige richtige Probleme mit Seekrankheit hatten. Zum Glück konnte unser Doc helfen und Gaspé ist auch nicht mehr weit.

Weitaus besser haben Wale das Wetter vertragen. Fast den ganzen Tag über konnten wir immer wieder welche beobachten. Einige genossen die hohen Wellen und ließen sich in ihrer Freude durchaus zu Sprüngen hinreißen.

Trotz des anstrengenden Wetters arbeitete unsere Crew fleißig an Deck weiter. Am Nachmittag haben wir einmal gehalst. Dabei kam es immer mal wieder zu Salzwasserduschen. Zudem gab es heute eine Ausbildung zum Ankern und Frischwasser.

Am Abend gab es dann die am Vortag erworbenen Krabben zu essen. Es war sehr schön, mit anzusehen, wie sich die Schiffsmitglieder damit abkämpften. Die Krabben waren sehr lecker, der “Kauf” hat sich definitiv gelohnt. Vielen Dank an den Koch, da die Zubereitung aufgrund des starken Wellengangs nicht einfach war.

 

 

Freitag, 07.07.17
Einlaufen in Gaspé

Ahoi von Bord der Alex II

Heute sind wir in unseren ersten Hafen auf unserer Tour eingelaufen und haben wie immer für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Zusätzlich zu den üblichen Fischerbooten und der Hafenpolizei hat uns dieses Mal sogar eine Drohne beim Einlaufen besucht. Im Vergleich zum stürmischen Vortag war die See recht ruhig, sodass sich die von Seekrankheit Geplagten schon vor dem Anlegen wieder erholen konnten. Gaspé selbst liegt in einer wunderschönen Bucht, deren Anblick wir trotz des etwas bewölkten Himmels genießen konnten. Das Schiff wurde noch für den Hafen aufgehübscht und die Uhr dann auf die Zeitzone von Quebec umgestellt. Die Menschen haben uns freundlich begrüßt, auch in dem hier vorherrschenden Französisch, an das man sich erst ein wenig gewöhnen muss.

Eine große Aktion war der schon in den Vortagen vorbereitete Austausch eines Segels, damit wieder alle Segel grün sind. Zwischendurch gab es jedoch das Problem, dass das Segel falsch angenäht wurde, sodass das Segel nun ausgetauscht, aber noch nicht vollständig korrekt befestigt war.

Es wurde extra für uns ein Shuttlebus eingerichtet, um den etwas entfernt liegenden Ortskern zu erreichen. Viele hatten Bedenken über die Ausgehmöglichkeiten in Gaspé, vor allem nach den Erfahrungen in Summerside. Die Befürchtungen haben sich jedoch nicht bestätigt, man merkt den französischen Einfluss. Und so brachten die Rückkehrer aufs Schiff schöne Berichte mit, die Vorfreude auf die nächsten Tage machten. Wir werden hier eine schöne Zeit haben.

 

Samstag, 08.07.17
Unterwegs in Gaspé

Ahoi von Bord der Alex II

Heute und morgen haben die Bewohner der Region wieder die Möglichkeit, an Bord zu kommen. Der Andrang war besonders heute stark. Neben unserem Schiff sorgten vor allem die noch mit uns im Hafen liegende El Galeon aus Spanien (gebaut in Anlehnung an eine spanische Galeone aus der

Entdeckerzeit) und die Blue Nose II aus Kanada (eine Nachbildung der 1921 gebauten Blue Nose I) für großes Interesse.

Am frühen Abend gaben wir dann für die Besatzungen der anderen Schiffe einen Empfang mit leckeren Häppchen und Musik. Wir wunderten uns zunächst, dass die Besucher eine Stunde später kamen (anscheinend gab es Kommunikationsprobleme), aber dann war es eine schöne Feier. Das Highlight war sicher die Übergabe der Geschenke für unsere beiden Geburtstagskinder Beate und Mike.

Später am Abend waren wir zu einer Feier in Gaspé eingeladen. Dort trafen sich alle Mitglieder der im Hafen liegenden Schiffe und genossen den letzten Abend an Land vor dem erneuten Auslaufen. Es gab Live-Musik und Pizza und die Leute unterhielten sich angeregt. Wir wurden am Ende eines gelungenen Abends mit dem Bus zu unserem Schiff zurückgefahren.

Es grüßen von Bord aus dem fernen Kanada, die 8-12 Wache und Kapitän Mike