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TÖRN 102.18 – Position 17.01.2018

  1. Januar 2018

12:00 Uhr Position: 27°09,4 ´N 016°26,0´W

Die 0/4 Wache entlockt der grünen Lady kurz nach Wachwechsel und  mit Hilfe eines einfältigen Windes eine kleine Pirouette. Der Wind dreht plötzlich um 90°, die Segel flattern im Wind und es geht nicht mehr dem Ziel Gran Canaria entgegen sondern entgegengesetzt. Durch Bergen eines Stagsegels sowie dem Wind der jetzt denkt „ach neee, doch nicht“ und wieder aus der bisherigen Richtung weht, geht’s weiter dem Ziel entgegen.

Die 0/4 und die 4/8 segeln mit gesetzten Marsen, Großstengestag und Besanstag weiter in südöstlicher Richtung.

Bei Krängung um die 15° und 6,5 Knoten hat die Decksmannschaft gut zu tun sich auf dem Beinen zu halten und die Mannschaft unter Deck ist auf der Suche nach einer möglichst langfristigen Liegeposition, um ausreichend Schlaf für die nächste Wache zu finden.

Ein paar vorwitzige Bügel und anderes Gedöns, das nicht ganz Seefest gemacht wurde, sorgen für weitere Lautstärke.

Bei bis zu 28 – 30 Knoten – in der Spitze sogar über 40 Knoten – segeln wir an der Grenze und mit der ständigen Überlegung im Kopf die Obermarsen wegzunehmen.

Beim Frühstück gibt es einige Rückfällige, denen der Landgang nicht so ganz bekommen ist und die sich in eine leichte Seekrankheit zurück flüchten, diese wird sicher von kurzer Dauer. Natürlich auch abhängig von unserem weiteren Segelkurs.

Morgens  sind wir daher mit Sturmbesegelung unterwegs…wobei  der Begriff – wie der geneigte und fachkundige Leser weiß – ja von Nuancen, Ansichten und Segelphilosophien abhängig ist.

Es wird entschieden den Segeldruckpunkt runter zu setzen, der Wind drückt in die Düse, so dass die 4/8 und 8/12 gemeinsam die Obermarsen wegnehmen.

Wir segeln nun mit ca. 4 Knoten.

Wir haben ordentlich Schräglage, trotz dieser Lage hat unser Doc in artistischer Weise geduscht und dass „ohne viel übrig zu lassen“…um beim Wachwechsel 4/8 und  8/12 einen sauberen Eindruck bei der abziehenden Wache zu hinterlassen.

Beim obigen Manöver gab  es noch eine extra Decksdusche –  sogar der Kapitän hat auf dem Ruderstand noch etwas davon abbekommen… wer bei solcher See an Bord war, weiß wovon wir schreiben.

Die 0/4 darf bei bester Mittagssonne wieder ein paar Segel setzen.

Was die 0/4 gesetzt hat, darf die 4/8 wieder Bergen, die beiden Untermarsen, 18:12 Uhr heißt es dann leider Fahren unter Maschine…. unser „Unterwasserbesan“  kommt zum Einsatz, um uns Gran Canaria näher zu bringen.

Die 8/12 nimmt im Laufe ihrer Wache die vier restlichen Stagsegel runter… so nähern wir uns Gran Canaria.

Die grüne Lady schiebt sich nun durch die Wellen und die folgenden Wachen füllen ihre Zeit mit Tampenkunde und werden mit einem grandiosen Sternenhimmel, Sternschnuppen und Meeresleuchten verwöhnt.

Grüne Grüße vom Kapitän und seiner Crew